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FIFA Football 2003

Preis: ca. EUR 15,-

Entwickler:
EA Sports

Erschienen bei:
Electronic Arts

Nicht nur ein Star schon gleich deren drei zieren die Verpackung von FIFA 2003. Man darf also gespannt sein, ob der Inhalt genauso extravagant wie Edgar Davids auf dem Cover ist. Nehmen wir den aktuellen Teil der FIFA Reihe mal unter die Lupe, denn vor dem Spiel ist nach dem Spiel!

Den Spieler erwarten vier Schwierigkeitsstufen, von Amateur, Halbprofi über Profi bis hin zur Weltklasse. Die Lenkung wurde einer kompletten Veränderung unterzogen. Diese neue Pass-, Dribbling- und Schusssystem sorgt für deutlich mehr Realismus. Lediglich das Wegfallen der Doppelpässe und Bananenflanken und -schüsse sollte noch einmal überdacht werden. Der Ball klebt nicht mehr am Fuß, verspringt und man verliert die Murmel schneller an einen Gegenspieler. Was sicherlich auch an der verbesserten KI liegen dürfte. Der Computer wechselt Spieler sehr taktisch ein oder stellt sein Team in wenigen Sekunden um. Bei einem Rückstand wirft er alles nach vorn und bei einer Führung wird gemauert - denn ein Spiel dauert 90 Minuten. Auch die Torhüter sind stärker geworden und es ist insgesamt schwerer, das Runde ins Eckige zu bekommen. Wer bisher auf Profi drei oder vier Tore erzielt hat, wird jetzt zu Anfang Probleme bekommen, überhaupt ein Match zu gewinnen. Positiv ist das Gameplay, das wie ich finde, einen sehr realistischen Spielfluss zustande kommen läßt. Die Teams spielen besser zusammen - elf Freunde müßt Ihr sein. Für den angesprochen Realismus sorgen auch die verbesserte Ballphysik und die deutlich verbesserten Standardsituationen. Wäre ich zynisch würde ich sagen, dass dazu auch die viel zitierten Abseitsendscheidungen der Schiris beitragen, die immer noch zu wünschen übrig lassen! Weggefallen sind auch die Spezialfähigkeiten der Starspieler, die FIFA Worlcup 2002 fast zu einen Arcadespiel verkommen ließen. Die Kommentare dürfen diesmal Tom Bartels und Florian König sprechen, zum Teil sehr unterhaltsam, zum Teil eher pomadig und leider auch manchmal während ein Tor fällt. Die Menüführung ist zeitgemäß und erscheint einfacher als in den Vorgängerversionen. Die angebotenen Spielmodi lassen darüber hinaus Platz für viele eigenen Ideen. Im neuen Modus: Club-Championchip-Modus kann man mit z.B. Energie Cottbus in der Champions League spielen. Vermissen werden einige dafür den Trainingsmodus, der wie bei NHL 2003 nicht vorhanden ist. Die Atmosphäre, die bei FIFA WM 2002 schon sehr gut war, wurde bei FIFA 2003 noch einmal gesteigert. Dazu tragen die original getreuen Stadien wie Old Trafford, Olympiastadion, Delle Alpi, Stade de France, Giuseppe Meazza und natürlich auch das hierzulande bekannte Westfalenstadion bei. Beachtenswert auch die wunderbaren Schlachtgesänge, so wird z.B. in Santiago Bernabeau tatsächlich "Real, Real" skandiert. Es gibt Transparente, bengalische Feuer und Fans, die die eigene Mannschaft auspfeifen, wenn sie gegen Spielende im Rückstand liegt, während sich die Stimmung bei so machen Tor, selbst vom Heimteam, sehr in Grenzen hält, was der Spielfreude Im Allgemeinen schadet. Ausgelassen wurde auch erneut liebevolle Details wie man sie etwa von NHL 2003 kennt, z. B. ein Blick auf die Bank mit einem gestikulierenden Trainer - vielleicht liegt das aber daran, dass Fußball im Allgemeinen weniger Unterbrechungen und daher auch weniger Raum für solche Zwischensequenzen bietet. Dabei hätte man wenigstens für Situationen in denen der Ball kurz ruht wie Abseits, Fouls etc. Sequenzen vom Spielfeldrand bieten können. Traurig ist auch, dass aus der offiziellen Fifa Lizenz mehr gemacht hätte werden können. Die Namen der einzelnen Akteure stimmen zwar haargenau und es gibt auch keinen Spieler mit Namen "1" mehr - die Aufstellungen stimmen dafür zum Teil überhaupt nicht. So vermisst man Johann Micoud bei Bremen, während der polnische Torwart Jakub Wierzchowski in der Startelf steht. Bei Borussia Dortmund findet man dort "Billy" Reyna und dessen Werte sollten Amoroso, Koller und Co. erblassen lassen. Vielleicht ist noch zu erwähnen, dass es mehr Mannschaften als je zuvor gibt. Ein bisschen seltsam ist es aber, dass einige bekannte Teams wie AEK Athen und Panathinaikos nicht spielen oder mit den Boca Juniors z.B. das bekannteste Team Südamerikas nicht vertreten ist. Die Grafik ist zum letzten Release der Fifa Reihe Worldcup 2003 nochmals verbessert worden. EA Sports hat sich wirklich sehr viel Mühe gemacht und Grafik- sowie Physikengine völlig neu programmiert. Man fühlt sich ebenfalls ans Original erinnert. Die Grafik ist sehr detailliert und Spielergesichter lassen sich zum Teil sehr gut erkennen. Leider aber nicht alle Akteure, sondern zumeist nur die bekannten Stars. Bestes Beispiel hierfür ist wenn Olli Kahn auf der Torlinie steht, man glaubt er ist es wirklich, ich warte immer förmlich darauf, dass die Bananen durchs Bild fliegen. Der Torwart der Münchner Bayern hat Electronic Arts übrigens verklagt, obwohl eine offizielle Fifa Lizenz vorliegt, will er seine individuellen Rechte erstreiten. Andere bekannte Helden wie David "Posh Spice" Beckham oder Roberto "BumBum" Carlos sind bei Freistößen auf Anhieb an Ihrer Schusstechnik zu erkennen. Endlich können vor dem Spiel auch Trikots für beide Teams ausgesucht werden und die Namen der Protagonisten prangen auch wirklich auf dem Rücken der selbigen. Sogar die Rückennummer findet sich klein auf der Vorderseite der Spielerhose wieder. Alles in allem einmal mehr ein Schritt in die richtige Richtung und insgesamt sehr gute Verbesserung. Die Steuerung hat positiv überrascht, auch wenn vom Programm leider nicht alle gängigen Gamepads angesprochen werden. So sind in der spieleigenen config.dat leider nur Gamepads einiger Firmen komplett angesprochen, während man z.B. die bekannten Thrustmaster Gamepads nicht ohne weiteres voll benutzen kann.

Patrik Dominik Hodapp

Systemvoraussetzung:
Windows 98/ME/00/XP
Pentium III 500 Mhz
64 MB RAM

 
     
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