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Fussball Manager 2003

Preis: ca. EUR 15,-

Entwickler:
EA Sports

Erschienen bei:
Electronic Arts

Wie viele Stunden oder gar Tage meines Lebens mag ich vor Fußballmanager Programmen verbracht haben? Ich erinnere mich noch an die legendäre Bundesliga Manager Serie von Software 2000 oder an Gary Linekers Fußball Manager mit der englischen Liga. Keine Ahnung, es müssen einige gewesen sein.

Um es gleich vorweg zu nehmen: FM2003 ist in dieser Hinsicht keinen Deut besser. Das Spiel macht massiv süchtig und schon nach den ersten paar Minuten mutiert der Spieler zu Rudi Assauer, Rainer Calmund, Uli Hoeneß und Otmar Hitzfeld in Personalunion. Messen wird sich die diesjährige Ausgabe wohl vor allem mit dem neusten Teil der Anstoß Reihe müssen. Doch es gibt schon vor dem ersten Spielen einige Pluspunkte für das Produkt von Elektronic Arts. So ist FM2003 das offizielle Lizenzprodukt der DFL, was unter dem Strich bedeutet, das Programm verfügt als einziger Fußballmanager über die Originaldaten und Wappen der Bundesliga, der zweiten Liga, der englischen Premierleague, der französischen LFP, der italienischen Serie A, der österreichischen Bundesliga und der schweizerischen NLA. Electronic Arts hat inzwischen übrigens bereits Patches veröffentlicht, in denen z.B. unter anderem die Wappen der spanischen Vereine enthalten sind. Überdies gibt es immer wieder diverse von Fans geschriebene inoffizielle Add-Ons, zumeist Wappen, Spielernamen oder ganze Ligen zum Download im Internet. In der ungepatchten Version sind aber dennoch alleine schon insgesamt 23 Länder mit 47 Ligen und mehr als 25.000 Profispielern enthalten. Zusätzlich kommen weitere 25.000 Jugend- und Amateurspieler hinzu. Umsonst dazu gibt es einen mitgelieferten Editor. Dieser erlaubt die Integration von bis zu 206 Ländern und etwa 2.500 Ligen mit bis zu 24 Mannschaften. Eine Menge Zahlen, die genauso faszinierend wie schockierend wirken können. Doch keine Angst auch Einsteiger kommen genauso wie Fortgeschrittene und Profis auf Ihre Kosten. An einem PC können bis zu 4 Spieler gleichzeitig die Geschicke Ihrer Clubs lenken. Spielneulingen oder Quereinsteigern bietet FM 2003 außerdem ein Hilfesystem, von dem auch der eine oder andere Managerprofi noch den einen oder anderen wertvollen Tip bekommt. Insgesamt bietet FM2003 5 Schwierigkeitsstufen, so dass jeder die für sich richtige heraussuchen kann. Sehr hilfreich sind auch die angebotenen Assistenten. Die verschiedene Aufgaben für den Spieler erledigen. Dies macht Sinn, denn FM2003 ist sehr umfangreich und es kostet sehr viel Zeit, sich explizit um wirklich alles selbst zu kümmern. Die Menüs sind zwar sehr übersichtlich aufgebaut, aber dennoch verliert man angesichts des ernormen Umfangs schon einmal die Übersicht. Übrigens kann zwischen einer klassischen Menüansicht und einem Managerbüro gewählt werden. Das Menü hat sich dabei als sehr übersichtlich erweisen, während beim Büro natürlich das Auge mehr auf seine Kosten kommt - speziell, wenn man schon etwas erreicht hat und sich dort einige Pokale in der Vitrine eingefunden haben. Die angesprochenen Assistenten erledigen speziell die täglichen Aufgaben im Club - und das sind viele, von der Fanbetreuung bis zum Training. Wie gut sie ihre Jobs dabei erledigen hängt von ihrer Qualifikation ab, es können Mitarbeiter mit Werten von 1 bis 6 eingestellt werden, wobei gilt: Je höher diese Zahl, desto fähiger ist der Mitarbeiter. Das Match an jedem Spieltag kann man sich entweder im Spielbericht anzeigen lassen, wobei dann der Assistent(strainer) die Taktik und evtl. Auswechslungen bestimmt hat. Ein optischer Genuss ist hingegen das 3D-Spiel mit einer erweiterten FIFA2002-3D-Engine in gewohnter EA SPORTS-Qualität, inklusive dem brandneuen Reporterkommentar von Florian König und Tom Bartels. Das Ganze ist grafisch ein echter Leckerbissen und sehr atmosphärisch mit Bundesligaflair durch Originaltrikots und echte Fanplakate im Stadion gemacht. Die beste Lösung ist allerdings der Textmodus, bei dem mit einem Klick auf das eigene Vereinswappen Auswechslungen oder Taktikänderungen durchgeführt werden können. Dabei verlangt das Spiel auch nach Zwischenrufen oder Verhalten in bestimmten Situationen. Z.B. rollt einem der Ball vor die Füße und man muss sich entscheiden ob man ihn schnell zurückwirft oder ein bisschen Zeit schindet, wenn das eigene Team vorne liegt. In der Halbzeitpause kann man einzelne Spieler loben, kritisieren oder anfeuern oder einfach dem ganzen Team ein paar mehr oder minder passende Worte zur Leistung sagen. Am meisten Spaß macht es natürlich, selbst vor jedem Match die Aufstellung und das Spielsystem zu bestimmen. Auch dabei kann man sich die Hilfe des Co-Trainers holen oder einfach ein eigenes Spielsystem entwickeln. Darüber hinaus stehen noch diverse taktische Einstellungen wie Einsatz, bevorzugte Angriffseite, Konter, weite Abschläge, Abseitsfallen, Schützen und vieles mehr zur Verfügung. Im Training kann man nicht nur Trainingspläne für den ganzen Kader oder Trainingsziele für einzelne Spieler entwickeln und Standartsituationen einstudieren. Es können auch jede Woche Spielergespräche geführt werden. Unter der Woche gibt es natürlich auch Vorkommnisse und manchmal schlagen die Spieler über die Strenge - man kann Sie dann mit einem festlegbaren Strafenkatalog bestrafen oder damit, den Mannschaftskoffer zu tragen - witziger Einfall. Neben den mehr im "trainerischen" Bereich liegenden Tätigkeiten besteht natürlich auch reichlich Handlungsbedarf im kaufmännischen Sektor. Dazu gehört Verträge verlängern, Spielerverhandlungen und Verpflichtungen und natürlich der Transfermarkt. Die Verhandlungen wirken dabei sehr realistisch und mir persönlich hat der Transfermarkt den meisten Spaß gemacht. Es gilt aber auch, die Finanzen des Gesamtclubs zu lenken, sich um die Jugendarbeit, die Fans und natürlich den Kontostand zu kümmern. Das ist nicht so einfach, der Profikader will unterhalten werden, Angestellte bezahlt und Stadion- und Clubumfeld ausgebaut werden - 55 Gebäude stehen zur Verfügung. Sogar im Public Relations Bereich wird der Manager tätig. So muss man sich in Interviews den Fragen der Fernsehreporter stellen und nach jedem Spieltag gibt es einen Bericht vom allseits bekannten kicker Sportmagazin - auch das ist ein sehr witziger Einfall. Einmal im Jahr darf man außerdem zu einem Fußballquiz und kann dabei den eigenen Kontostand ein bisschen aufmöbeln. Das ist gut denn natürlich hat der Manager auch ein Privatleben. Dort kann das verdiente Geld in Immobilien, schnelle Autos oder ein Boot investiert werden. Auch warten dort mitunter lukrative Angebote anderer Vereine oder ein Gespräch mit dem derzeitigen Club oder eine Vertragsverlängerung. Man kann auf Brautschau gehen (sofern man sich am Anfang nicht als verheiratet einträgt) und man kann für Nachwuchs sorgen. Davor muss man die Angebetene natürlich ausführen und mit Geschenken gnädig stimmen. Schaut man zu selten nach der Guten ist man schnell wieder Single. Zu all dem kommt die Terminplanung für Freundschaftsspiele und Trainingslager, gemeinsame Mannschaftsessen, einem Ausflug in den Vergnügungspark, eine Krisensitzung oder einem Turnier. Scouts und Beobachter können losgeschickt werden, Talentsucher sind für die Sichtung der Jugend zuständig. Zudem gibt es die Möglichkeit den eigenen Verein an die Börse zu bringen. Ich könnte nach ewig so weiterschreiben und Ihr könnt auf jeden Fall eine ganze Zeit spielen, denn Fußball Manager 2003 ist für mindestens 200 Stunden Spielspaß gut!!!

Patrik Dominik Hodapp

Systemvoraussetzungen:
Windows 98/00/ME/XP
Pentium II 400 MHz
64 MB RAM
500 MB Festplattenspeicher
16 MB Grafikkarte
DirectX 8.1 kompatibel

 
     
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