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Harry Potter
und der Feuerkelch

Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
EA Games

Erschienen bei:
Electronic Arts

Alle Jahre wieder kommt zur Weihnachtszeit eine neue Verfilmung der Abenteuer von Harry Potter auf die Leinwand und von Electronic Arts das passende Spiel dazu auf den Markt. Bei „Harry Potter – und der Feuerkelch“ haben die Entwickler ähnlich wie im gleichnamigen Film das alte Image überarbeitet. Da Harry, Ron und Hermine mit jedem Jahr in Hogwarts immer älter werden musste ergo auch die Grafik und das Spielkonzept geändert werden.

Im Gegensatz zu den hüpflastigen Vorgängern mit Knuddel-Optik präsentiert sich der vierte Teil viel actionreicher, lässt Interaktion mit der Umwelt zu und sieht ganz allgemein tausendmal besser und „erwachsener“ aus. Zu den sinnvollen Neurungen zählt unter anderem auch das veränderte Zaubersystem. Bestimmt erinnert Ihr Euch, dass man in den Vorgängern mit dem Cursor nur auf das entsprechende Objekt zielen musste und der zur Situation passende Zauber automatisch ausgelöst wurde. Damit ist jetzt Schluss. Mit drei Tasten – die vierte dient als Kraftverstärker – löst Ihr entweder Flüche und z. B. Schwebezauber aus oder lasst per „Accio“ ansonsten unerreichbare Gegenstände in Eure Hand sausen.

Nach dem Motto „ Zusammen sind wir stark“ absolviert Ihr im vierten Teil die Abenteuer nicht mehr mit Harry allein sondern habt als tat-, bzw. zauberkräftige Unterstützung seine Freunde Ron und Hermine zur Seite stehen. Diese werden entweder von der passablen KI gesteuert oder Ihr ladet zwei Freunde ein, welche die anderen Charaktere übernehmen! Die Zaubergefechte gegen die unzähligen Gegner gewinnen dadurch an taktischer Tiefe. So könnt Ihr z.B. einen Gegner wehrlos in der Luft zappeln lassen während die anderen Kollegen ihn mit Flüchen bombardieren, auch verstärkte Angriffe zu dritt oder verschiedene Kombinationen sind möglich. Am Ende eines Levels könnt Ihr die Charakter je nach Abschneiden durch Zusatzfähigkeiten verstärken. Die Optik des Spiels sieht recht anschaulich aus. Besonders die tollen Zaubereffekte wurden spektakulär in Szene gesetzt. Ein weiters Highlight ist der Rundflug über Hogwarts inklusive eines wütenden ungarischen Hornschwanzdrachen im Nacken. Die Original-Filmmusik mit ihren orchestralen Klängen sowie die Filmsprecher tragen ein gutes Stück zur „Potter-Atmosphäre“ bei.

Leider sind den Entwicklern trotz aller guten Neuansätze auch einige Schnitzer unterlaufen, besonders was die Hintergrundgeschichte angeht, welche eigentlich außer gelegentlich spärlicher animierter Sequenzen und den Prüfungen des Trimagischen Turniers völlig außer Acht gelassen wird. Anstatt der spannenden Geschichte zu folgen müsst Ihr Level um Level Bohnen sammeln und Triemagische Schilde suchen. Ebenfalls unverständlich ist, dass ich die Gamepad-Konfiguration anpassen aber die verunglückte Tastaturbelegung nicht ändern kann. Hinzu kommt eine schlecht Übersicht in den Levels, da sich die Umgebung nicht drehen lässt und die Auflösung des Spiels aus mir unerfindlichen Gründen nur auf 800X600 Bildpunkten läuft. Fazit: Bei Harry Potter und der Feuerkelch haben die Entwickler viel Potenzial verschenkt. Die Neurungen sind sinnvoll und die Optik stimmt jetzt auch und ich möchte nicht verschweigen, dass gerade Potter Fans mit diesem Spiel bestimmt ihre Freude haben werden. Dennoch sollte sich EA beim nächsten Teil endlich von dem Sammelspielpinzip verabschieden und dem zahlungswilligen Spieler mehr Atmosphäre und einen Harry Potter bieten, der endlich mal in den Fußstapfen der Romanvorlage wandelt.

Sven Eggen

Systemvoraussetzuungen:
Windows 2000/XP
CPU mit 1,2 GB
265 MB RAM
32 MB Grafikkarte
1,2 GB HD
DVD-Laufwerk