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NHL 2003

Preis: ca. EUR 15,-

Entwickler:
EA Sports

Erschienen bei:
Electronic Arts

Es ist mittlerweile die zehnte Runde, in die sich das wohl bisher beste Eishockey Spiel für PC und viele Konsolen begibt. Ich habe bewusst den Passus Spiel gewählt, denn war die NHL Reihe bisher als Simulation anerkannt, wurde in den letzten Jahren von diesem Kurs abgewichen. Die Macher des Programms, Electronic Arts Kanada, dürften allein schon durch die Herkunft einiges vom schnellsten Mannschaftsport der Welt wissen.

Ist Kanada doch das Mutterland des Eishockeys, und das Land des amtierenden Olympiasiegers. In den letzten beiden Erscheinungsjahren wurde versucht, die NHL Reihe einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, indem mehr Arcade Features implementiert wurden. Das machte das Programm für Gelegenheitsspieler oder Eishockeyneulinge und bestimmt auch für jugendliche Spieler attraktiver. Dem harten Kern der NHL Anhänger und den Fans des "coolest Game on earth" misfielen diese Features aber eher. So gab es in der 2002er Version noch Player Cards für das Erfüllen der vom Computer vorgegebenen Aufgaben. Diese Karten waren an die berühmten Upperdeckcards angelehnt. Mit Ihnen konnte man dann extra Jubelanimationen, ein Spiel bei Nacht nur mit Scheinwerferbeleuchtun, oder riesengroße oder winzigkleine Spieler freischalten sowie dem Stadionsprecher eine Pipsstimme verleihen. Neben diesen reinen Gimmicks gab es aber auch Karten, die einen Spieler für ein Drittel oder gar eine ganz Partie zum absoluten Gamewinner gemacht werden, es gab auch Karten, die den Gegner schlechter machten und sogar eine Karte, um direkt einen Penalty zugesprochen zu kommen. Für Hardcore Hockey Fans ist schon der Gedanke daran ein Greul. Was wohl ein Grund dafür sein dürfte, dass diese Karten aus der aktuellen 2003er Version verschwunden und nur noch teilweise im Onlinemodus vorhanden sind. Dieser Modus wurde aber ebenfalls geändert. Der Hauptunterschied ist, dass dieser Service jetzt kostenpflichtig geworden ist und nach einer gewissen kostenlosen Periode ein Beitrag anfällt. Doch kommen wir zurück zum Thema Simulation vs. Arcademodus, nach wie vor gibt es im Spiel noch einige, allerdings wenige Features, für Arcadefreunde. So lässt jede (gute) Aktion des eigenen Teams ein sogenanntes Gamemeter an Volumen gewinnen. Blinkt die Anzeige des selbigen dann rot, kann ein Gamebreaker gemacht werden. Das bedeutet, die gegnerischen Spieler bewegen sich wie in Zeitlupe während die eigenen Spieler normal zu steuern sind. Das Ganze wird noch durch eine veränderte Sound- und Grafikatmosphäre untermalt und macht die ganze Szenerie dramatischer. Das zweite Feature ist die sogenannte Heldenwertung. Jeder Spieler hat einen Wert dafür. Die Akteure mit der höchsten Wertung versuchen dann in den entscheidenden Aktionen bzw. gegen Spielende, dem Spiel eine Wende oder Impulse zu geben. Hier dürft Ihr nun selbst entscheiden, wie sehr das in den Arcade- oder den Simulationsbereich geht, denn schließlich gibt es auch im richtigen Leben immer einige wenige Helden und viele Akteure. Den meiner Meinung nach richtigen Schritt wieder mehr in Richtung Simulation hat auch die Verbesserung der künstlichen Intelligenz - kurz KI - gebracht. Die Computergegner haben wieder ein bisschen an Spielwitz und taktischem Geschick dazugewonnen, gleichen abermals mehr einem richtigen Hockeyteam. Dieser Eindruck kommt nicht zuletzt durch die Vielzahl an neu animierten Bewegungen auf. Das Motioncapturingverfahren hat vor allem bei den Torhütern einige erstklassigen Ergebnisse gebracht. So habe ich mich noch nie zuvor an einen echten Torwart erinnert gefühlt. Aber auch die Feldspieler haben neue Bewegungen und Animationen hinzugewonnen. Generell ist die Grafik verbessert worden und mit ihr auch die Atmosphäre. Schon vor dem Spiel wird diese durch eine Art Traumsequenzen aufgeheizt, in der die Goalies von Glanzparaden und die Stürmer von Traumtoren träumen. Nett anzusehen und mit vielen Details. Verschwunden ist dagegen die Möglichkeit, eingescannter Spielergesichter zu importieren. Stattdessen kann aus verschiedenen Gesichtsteilen ein Gesicht erstellt werden, so wie man es schon von anderen Spielen kannte und noch kennt. Das Ergebnis ist zum Teil dem Original sehr ähnlich, verblüffend. Ebenfalls weggefallen ist der Shutout Modus, auf gut deutsch das Penaltyschiessen. Gab es in früheren Versionen sogar noch einen Trainingsmodus für bestimmte Situationen und besagtes Penaltyschiessen, wurden beide Modi diesmal weggelassen. Gerade der Shutout wäre interessant gewesen, nicht zuletzt um die neue Dekefunktion zu testen. Deke bedeutet Täuschung und durch halten des dafür vorgesehnen Buttons bzw. Taste skatet der gesteuerte Spieler geradeaus weiter und statt seiner lässt sich sein Stock steuern und somit Gegenspieler und bestenfalls auch der Torwart täuschen. Für das Ganze gibt es auch eine automatische Deketaste, wobei der Spieler dann nach dem Zufallsprinzip täuscht bzw. dribbelt - der Nachteil, speziell bei Alleingängen, man weiß nie, auf welcher Seite das endet und ob man dann nach links oder rechts schlenzen sollte. Beim manuellen Deke ist man der alleinige Herr über die schwarze Hartgummischeibe, benötigt allerdings einige Übung. Daneben gibt es die üblichen Goodies, es können eigene Stadion- sowie Menümusiken importiert werden, es gibt Freundschaftsspiele, Länderspiele, einen Karrieremodus, Turniere und den erwähnten Onlinemodus. Es darf gedraftet und getradet werden und speziell beim Karrieremodus stehen der Zusammenstellung des eigenen Dreamteams nur ein bisschen Ziehungs- und Tradegeschick im Wege.

Patrik Dominik Hodapp

Systemvoraussetzungen:
Windows 98/ME/00/XP
Pentium II 350 Mhz
64 MB RAM
100 MB Festplattenspeicher
16 MB Grafikkarte
DirectX 8.1-kompatibel
Soundkarte

 
     
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