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NHL 2004

Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
EA Sports

Erschienen bei:
Electronic Arts

Mein Gott wie habe ich auf dieses Spiel gewartet, vielleicht noch mehr als auf den Wiederaufstieg des EHC Freiburg in die DEL. DEL ist übrigens ein prima Stichwort, denn erstmals haben die kanadischen Macher der NHL Serie dem Feedback aus Europa Genüge getan und neben der nordamerikanischen Profiliga NHL auch die DEL, die Elite Serie sowie die SM-League in ihr Spiel implementiert.

Damit sind mit Deutschland, Finnland und Schweden drei neue Ligen dabei. Einziges Manko dabei ist, dass die Kader jeweils noch auf dem Stand der Saison 2002/2003 sind, so sind in der DEL z.B. noch die Wild Wings statt der Freiburger Wölfe mit von der Partie, Joaquim Gagne verdient sein Geld noch in Schweden und Denis Pederson dümpelt noch als Free Agent in der NHL herum statt bei den Berliner Eisbären. Für die NHL selbst hat sich EA dieses Jahr neben dem Spielmodus einer normalen Saison den Dynasty Modus ausgedacht. Dabei schlüpft der Spieler in die Rolle eines General Managers und lenkt die Geschicke des Clubs. Er muss dabei Personal einstellen, Trainingshallen und Krafträume verbessern, den Komfort der Spieler bei Auswärtsfahrten im Blick haben und viele weitere Tätigkeiten von Eintrittsgeldern bis zum Spielertransfer bewältigen. Wichtigstes Augenmerk dabei sind die jungen Talente, deren Stärken nach und nach ausgescoutet werden müssen, um dann beim alljährlichen Juniorendraft die besten jungen Spieler fürs Team zu gewinnen. Der Dynasty Modus ist mit Sicherheit eine hübsche Ergänzung zu den bisherigen Veröffentlichungen der NHL Reihe, für ein Managerspiel aber zu wenig umfangreich und für einen Saisonmodus zu lang. Da in diesem Modus immer mindestens 82 Spiele pro Saison anfallen, ist man gut beraten, den Großteil simulieren zu lassen, schade, bei z.B. nur mindestens 25 Spielen hätte ich alle mit dem Gamepad ausgetragen! Denn selbst aufs Eis gehen und in die Rolle eines Heatley, Sakic, Gonchar, Pallfy oder Carter zu schlüpfen macht jedes Jahr den größten Reiz aus. Dabei kann der Spieler entweder wieder eine der Positionen wie Center, Flügelstürmer oder Verteidiger fest spielen oder einfach immer den Protagonisten steuern, der der Scheibe und damit dem Spielgeschehen am nächsten ist. Dabei hat EA dieses Jahr die Steuerung verfeinert, es gibt jetzt neben den bisherigen normalen Pässen auch Flip- bzw. Saucerpässe, um "Hindernisse" zu überwinden. Ebenso gibt es neben dem bisher gewöhnten Schlag- bzw. gezogenem Schlagschuss auch eine extra Taste für ansatzlose Handgelenkschüsse, oder wie sie im Spiel genannt werden Deke Schüsse. Auch defensiv geht mehr denn je, neben schlichten Bodychecks und spektakulären Pokechecks darf erstmals auch gehakt und gehalten werden. Kontrahenten können nun sogar an der Bande eingeklemmt werden, so dass ein Mannschaftskollege sich die Scheibe angeln kann. Daneben gibt es natürlich auch wieder automatische Dekes, Drehungen und Sprinttasten und natürlich auch manuelle Dekes. Diese manuellen Täuschungen können bei der Steuerung mit einem Gamepad erstmals mit dem zweiten Analogstick ausgeführt werden. So kann mit dem ersten Stick der Spieler und mit dem zweiten der Schläger gesteuert werden! Fast unbegrenzte Möglichkeiten bei denen so mancher Spieler aber auch teilweise auf begrenzte motorische Fähigkeiten und Reaktionsvermögen stoßen dürfte, gar nicht so einfach sich instinktiv für die richtige Taste zu entscheiden und sich dann auch noch daran zu erinnern, auf welche Taste oder welchen Gamepad Knopf man sie festgelegt hat. Überhaupt gilt es viel zu üben und wachsam zu sein, denn insgesamt ist das Spiel schwerer geworden. Der Gegner spielt aggressiver, es wird gehakt und gecheckt was das Zeug hält und die Torhüter sind wahre Kraken. Damit ist langfristiger Spielspaß garantiert und auch langjährige Cracks der NHL Reihe werden an der schwersten Spielstufe, diese reichen von Einfach über Mittel bis Schwierig, zu knabbern zu haben. Zum Glück gibt es aber auch diesmal wieder reichliche Einstellungen für die sogenannte KI. KI steht für künstliche Intelligenz, hier können Werte für Schlittschuhlaufen, Physik, Pass/Schuss oder auch die Defensive eingestellt werden. Damit lassen sich der Gegner weniger aggressiv, die (eigenen) Schüsse genauer oder auch die Schwierigkeit, Checks anzubringen oder einen Fight zu gewinnen, beeinflussen. Die Kämpfe auf dem Eis sind dieses Jahr ein ganz besonderer Leckerbissen, da wird geschoben und gehalten, geschlagen, gepunched und kurze Haken verteilt. Die Trikots werden dabei einer Zereissprobe unterzogen und so mancher Helm verloren - Geil! Ein Helm kann mitten in einem Spiel plötzlich vom Kopf gestoßen werden und der Akteur spielt dann bis zum nächsten Wechsel ohne Kopfschutz weiter. Das ist nur eine der sehr realen neuen Happenings im Spielbetrieb von NHL 2004. Andere sind z.B. Gratulationen von Spielern an Ihren Torhüter, Jubelszenen nach Toren oder Fouls von Torhütern an Angreifern. Übrigens bekommen sich jetzt dann und wann auch die Torhüter in die Wolle und machen das Eis zur Boxarena. Alle Bewegungen im Spiel sehen sehr echt aus, was am Motioncapturingverfahren liegt. Glücklicherweise hat EA dieses Jahr auch darauf verzichtet, Arcade-Features wie Player Cards mit ins Boot zu nehmen sondern sich auf das besonnen, was die NHL Serie war und ist, nämlich die beste Eishockey Simulation schlechthin. Der Realismus steht ganz klar im Vordergrund, so verpassen Spieler nun die Scheibe wenn man sie gegen die Laufrichtung anspielt, abrupte Richtungswechsel führen wie im richtigen Leben zu Geschwindigkeitsverlust und lassen sozusagen die Gischt vom Eis spritzen. Überhaupt hat man graphisch nochmals zugelegt und damit wohl das bisher schönste NHL aller Zeiten geschaffen. Als Spielmodi stehen neben den angesprochenen Modi Saison und Dynasty Mode auch International zur Verfügung, damit kann man neben Länderspielen auch die drei europäischen Ligen auswählen. Einen Trainings- oder Penaltymodus sucht man auch dieses Jahr vergebens, obwohl z.B. bei unentschieden Overtime oder Shutout gespielt werden kann. Leider hat Electronic Arts dieses Jahr neben dem Spiel auch die Datenbanken überarbeitet, damit Online Spieler nicht mehr schummeln können. Das hat leider für die Community auch den Nachteil, dass es bisher nicht möglich ist, die Roster upzudaten und somit die Aufstellungen zu aktualisieren oder für den deutschen Gebrauch Zweit- und Oberligateams zum implementieren oder den EHC Freiburg dorthin zu setzen, wohin er gehört. Da derzeit aber in Nordamerika sowie in Deutschland fieberhaft an der Verschlüsselung dieser Daten gearbeitet wird, bin ich guter Dinge, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auf den einschlägigen Seiten auch Updates gesaugt werden können.

Patrik "Hody #72" Hodapp

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