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NHL 2005

Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
EA Sports

Erschienen bei:
Electronic Arts

Der Lockout ist Wahrheit geworden und in der nordamerikanischen Profiliga NHL geht nichts mehr. Die Stars verdienen ihr Geld stattdessen in der Schweiz oder spielen in der russischen RHL. Bittere Zeiten für Freunde des NHL Eishockeys. Doch nicht ganz, denn auch dieses Jahr dürfen die Stars wieder im heimischen Wohnzimmer gesteuert werden – NHL 2005 macht es möglich.

Steuerung ist auch gleich das magische Wort, denn die wohl größte Neuerung dieses Jahr nennt sich Open-Ice. Die kanadischen Jungs von Electronic Arts haben wohl gemerkt, dass NHL 2004 zu arcadelastig war und dass es zuviel „Rudelbildung“ auf dem Eis gab. Open-Ice steht für Spezialfunktionen innerhalb des Spiels, die mittels zweier Tasten aufgerufen werden können. Zum einen ist es jetzt möglich, einen anderen Spieler zu steuern, während der ursprüngliche Spieler im Puckbesitz ist. Auf diese Art und Weise kann man den per Open-Ice Steuerung kontrollierten zusätzlichen Spieler in Position bringen und ihn dann entweder anspielen oder sogar abfälschen lassen. Ich persönlich fand diese Funktion am nützlichsten um Breaks einzuleiten. Während man den Puck im eigenen Drittel erobert hat, kann man dann einen Spieler auf die Reise in Richtung gegnerische Blaue Linie schicken und ihn dann mustergültig bedienen – um dann 1:1 gegen den Torwart zu spielen. Die zweite Funktion von Open-Ice ist quasi dazu da, um Hilfe zu rufen. Durch das Drücken der Taste greift, grob gesagt, ein Spieler der eigenen Mannschaft einen Gegner an.

So kann man z.B. bei Puckbesitz an der blauen im Angriffsdrittel des Gegners einen eigenen Spieler den Weg für einen Schlagschuss frei blocken lassen. In der Defensive kann die Funktion genutzt werden, um einen Spieler zu doppeln. Am nützlichsten ist die Funktion aber um Forecheking zu spielen. Als weitere Neuerung hat EA dieses Jahr den Spielern bestimmte Charakterzüge wie Spielmacher, Checkspezialist oder Torschütze verliehen. Bei der Reihenzusammenstellung werden diese nun verglichen und nur wirklich sinnvolle Konstellationen wie z.B. Torschütze, Spielmacher, Torschütze ergeben die maximale Prozentanzahl an Harmonie. Diese Prozentanzahl wertet je nach dem dann die Gesamtfähigkeiten der Spieler um einige Punkte auf oder ab. Wie sinnvoll dieses Feature wirklich ist, bleibt zu diskutieren. Generell regte NHL 2005 die Community zu Diskussionen an, denn trotz der vielen Neuerungen macht auch die diesjährige Version wieder mehr den Eindruck eines Arcade-Spiels als einer echten Eishockeysimulation. Es wird zuviel gecheckt, die Torhüter sind wahre Kraken und der Spielfluss doch sehr zerhackt. Diese Mankos lassen sich teilweise mittels der KI-Schieber verringern oder mit inoffiziellen Patches aus dem Internet korrigieren. Größtes Manko meines Erachtens ist die Steuerung. Diese kann nämlich nicht frei konfiguriert werden, auf diversen Gamepads lassen sich nicht alle Tasten frei belegen, dies gilt sogar für das in der Anleitung empfohlene Logitech Dual Action Pad. Ebenfalls ist das Spiel ohne das Erlernen der Open-Ice Steuerung wesentlich schwerer zu spielen. Überhaupt muss sich der Spieler umgewöhnen. Konnte man Tore in 2004 noch relativ einfach mit Schlagschüssen erzielen, muss man dieses Jahr auf Handgelenkschüsse umstellen – diese sind am effektivsten. Am Besten lässt sich übrigens im neuen Free4All Modus ausprobieren. Am Positivsten hat mich die Grafik überrascht. Mit viel Liebe zum Detail wurde gemacht, was nach dem Stand der Technik zu machen ist. Zum ersten Mal gibt es individuelle Ausrüstungen für einzelne Spieler und zum ersten Mal haben auch Spieler das Trikot in der Hose, ein Markenzeichen, wie ein Fußballspieler, der mit heruntergelassenen Stutzen spielt. Generell hat man den Spielern mehr Ego eingehaucht und so spielt jeder Spieler einen persönlichen Stil und versucht entweder durch Finesse oder pure Kraft zu überzeugen. Leider fiel dadurch das sehr beliebte Feature „Eigenen Spieler erstellen“ unter den Tisch. Dies ist jetzt nur noch durch inoffizielle Editoren wie NHLView möglich. Unter dem Strich macht NHL 2005 auch dieses Jahr wieder Spaß. Der Vergleich zu NHL 2004 kann trotz der beschriebenen Mängel aber vor allem durch das Spielgesehen an sich und die wirklich tolle Grafik gewonnen werden. Es ist einfach ein Augenschmaus, wenn der Puck abprallt und mit dem Stockende per Tip-In in die Maschen befördert wird. Diese und ähnliche Szenen sind keine Seltenheit bei NHL 2005, da wird auch schon mal der Stock verloren etc. Dazu kommen noch die Spielmodi Free4All sowie der World Cup of Hockey! Bevor ich es vergesse, Freiburg ist natürlich auch noch in der DEL, wenn das kein Kaufgrund ist!

Patrik „Hody #72“ Hodapp

Systemvoraussetzungen:
Windows 98/ME/2000/XP
Prozessor (Pentium III) mit 700 Mhz
256 MB RAM
32 MB Graffkarte
1,5 GB Festplattenspeicher
Soundkarte