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Pro Evolution
Soccer 4

Preis: ca. EUR 35,-

Erschienen bei:
Konami

Konami wagte vor gut einem Jahr den Schritt, gegen das allzeit beliebte Fifa von EA im PC-Spiele Bereich anzutreten. Mit dem Titel Pro Evolution Soccer 3 übernahm Konami sofort die Spitze bei allen Kritikern. Mit dem Nachfolger „Pro Evolution Soccer 4“ will Konami nun an diesen großen Erfolg anknüpfen. Ob dieser Versuch gelungen ist, erfahrt Ihr im folgenden Bericht.

Vor zwei Jahren war ich noch ein großer Fan der Fifa Serie, doch als Fifa 2004 erschien, war ich sehr enttäuscht. Die Steuerung der Spieler wurde sehr träge und jegliche Dribblingversuche scheiterten kläglich an den Gegen-spielern. Nur mit einiger Überwindung konnte ich mich durchringen, das dama-lige Konkurrenzprodukt von Konami zu kaufen. Doch ich sollte diesen Schritt bis heute nicht bereuen. Ich war positiv überrascht von Gameplay, Grafik und Realismus. Lediglich die fehlenden Lizenzen störten etwas. Aber der eigentliche Sinn eines Fußballspiels ist es ja nicht, die Namen der Stars am unteren Bildrand zu lesen, sondern schönen Fußball zu spielen. Und das war mit Pro Evolution Soccer 3 wesentlich besser zu realisieren als mit Fifa 2004.

So war ich bis am Vortag der Veröffentlichung von PES4 immer noch mit verschiedensten Ligen und Pokalen mit meinen Mannschaften am fiebern. Das Spiel ließ mich einfach nicht mehr los. Jedoch sollte sich das am nächsten Tag schlagartig ändern. Nach der erfolgreichen Installation, die zugegeben etwas Platzaufwendig war, begann ich sofort mit dem ersten Freundschaftsspiel, um mir ein kleines Bild zu machen, was mich da erwarten würde. Und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Grafik wurde aufgemöbelt und das Gameplay wesentlich verbessert. Jegliche Spielzüge waren schön anzusehen und einfach zu handhaben. Dribblings sind je nach Spielerkönnen einfach zu vollziehen und mit kleinen Feinheiten wie zum Beispiel einer „Zidane“-typischen ganzen Drehung über den Ball versehen. Die Spielerfähigkeiten sind dabei sehr entscheidend, jeder Spieler hat verschiedene Werte, die Beispielsweise das Abwehrverhalten oder die Passgenauigkeit bestimmen. Die Punkte sind jeweils in einem Bereich von 1-99 und können im integrierten Editor zudem noch verändert werden.

Des Weiteren gibt es verschieden Spezialfähigkeiten wie zum Beispiel Dribbling, Elfmeterschiessen oder Spielposition, die ebenfalls im Editor gesetzt werden können. Wie auch beim Vorgänger ist es wieder möglich, sich zusätzliche Optionen freischalten zu lassen. Wenn man Ligen gewinnt oder sich Pokale erringt, bekommt man PES Punkte, mit denen es dann in einem Shop möglich ist, verschiedenste Sachen zu erkaufen. Ein wichtiger Punkt für spätere Spiele ist dabei der 6te Schwierigkeitsstern. Denn zu Beginn des Spiels ist die Spielstärke der Gegner mit der Anzahl von 1-5 Sterne einzustellen. Für erfahren Spieler ist daher die Herausforderung groß, auch im nächst höheren Level noch Siege einzufahren. Die KI an sich ist sehr gut gelungen. So wird es vermutlich auch einem erfahrenen Spieler passieren, dass er hin und wieder mal ein Spiel nicht gewinnt. Auch in Sachen Taktik und Aufstellung ist PES 4 klar im Vorteil zu FIFA 2005. Jeder Spieler lässt sich individuell platzieren und mit Aufgaben wie zum Beispiel: „Offensiv spielen“ versehen. Weitere Aufmerksamkeit muss man Motivation widmen. Jeder Spieler besitzt eine Anzeige, die die Motivation für das kommende Match anzeigt. Ist ein Spieler nicht motiviert genug, macht sich das auch auf dem Platz mit Fehlpässen und Unaufmerksamkeit bemerkbar.

Neben dem verbesserten Gameplay wurde auch eine Online Funktion eingebaut. So ist es nun keine Seltenheit mehr, alleine zu spielen, sondern man kann sich Online neuen Herausforderungen stellen. Zudem wurde die Grafik des Spiels detailreicher. Die Darstellung des Geschehens profitiert ungemein von hohen Auflösungen und lässt viele Details auf den Trikots und die gelungenen Gesichtstexturen in neuem Glanz erscheinen. Wenn beim Vorgänger nur in Sequenzen ein Schiedsrichter zu sehen war, so ist nun dauerhaft ein Schiri auf dem Platz zu sehen. Dieser ist nun auch in der Lage, die Vorteilsregel etwas besser auszulegen als früher. Die Stadionumgebung ist ebenfalls gelungen, mal abgesehen von den zweidimensionalen Zuschauern. Ein Manko in Sachen Grafik ist jedoch wie beim Vorgänger noch zu bemängeln. Anfangs dachte ich, es läge nur an meiner Grafikkarte, aber als ich das Spiel auch an anderen PCs gespielt habe, musste ich feststellen, dass wohl ein Fehler im Spiel ist. Es zieht sich konsequent ein Strich durchs Bild, der die komplette Ansicht in dieser Zeile leicht verzerrt. An den Kommentaren hat sich so gut wie nichts getan. Die Moderatoren hängen ab und zu etwas im Spielverlauf hinterher und geben ab und zu Kommentare ab, die nicht wirklich passend sind. Dennoch passiert es hin und wieder immer noch, dass man einen neuen Spruch hört. Das stimmt einen dann doch wieder positiv, wenn man sich ab und zu über die Kommentare aufregt. Alles in allem ist Pro Evolution Soccer 4 jedem nur ans Herz zu legen. Die Klaren Stärken im Vergleich zu FIFA 2005 liegen auf dem Rasen, genau da wo sie für ein Fußballspiel hingehören.

Tobias Mast

Systemvoraussetzungen:
Windows 98/ME/2000/XP
CPU 800 MHz
Festplattenspeicher 1 GB
Grafikkarte 64 MB DirectX 8.1 kompatibel
DirectX 8.1
Soundkarte
DVD-Laufwerk