Archiv>> PC  
 
Spellforce -
The Order of Dawn

Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
JoWood Productions

Erschienen bei:
Bigben Interactive

Beim Teutates, wie lange habe ich auf dieses Spiel gewartet, ich war hinter Spellforce mehr her als ein Succubus hinter den armen Seelen. Ich kann nur eines sagen: Das Warten hat sich gelohnt! Der Spieler wird, wie es auf der Produktseite des Herstellers im Internet zu lesen ist, belohnt mit „einer Welt jenseits unserer Vorstellungskraft…" oder besser gesagt: Mit Grafik, die nicht mehr up to date sein könnte. Spellforce ist optisch der erwartete Leckerbissen.

Egal ob im Spiel direkt oder in den wunderschön gerenderten Zwischen-sequenzen, Spellforce ist immer ein wahrer Augenschmaus. Dabei werden z.B. in den angesprochenen Video-sequenzen auf Details wie die aktuell getragene Ausrüstung geachtet. Diese wird auch im Spiel wunderbar angezeigt, wenn man auf den Helden zoomt. Ich dachte schon bei Dungeon Siege, diese Zoomeinstellung sei in Punkto Grafik und Detailverliebtheit nicht mehr zu überbieten, aber Spellforce hat mich eines Besseren belehrt. Stellenweise hatte ich wirklich Probleme, den Mund zuzubekommen. Kewl fand ich auch die Idee, dass man in den Zwischensequenzen direkt neue Aufträge oder Tipps bekommt. So erhält man z.B. den Tipp, eine gut befestigte Orksiedlung einzunehmen, in dem man Bogenschützen auf den Wällen jenseits des Weges postiert, um die heranstürmenden Orkverteidiger im Pfeilhagel zu vernichten, da die Orks vergessen haben, auch den Wall zu sichern. In einer anderen Sequenz wird man auf einen Dryadenhain und ein Opfer hingewiesen, das die Ladies davon überzeugen sollte, uns im Kampf gegen übermächtige Gegner beizustehen. Das Spiel selbst ist eine Mischung aus Rollenspiel und Aufbaustrategie. Aufbaumuffel wie ich sollten jetzt aber dennoch weiter lesen. Zwar mache ich ansonsten einen großen Bogen um Spiele wie Command & Conquer oder Warcraft, doch die Mischung von Spellforce hat mich überzeugt. Dank der Rollenspielelemente macht mir das Ganze Spaß wie selten. Es gilt zum einen den eigenen Helden, das Avatar, mittels Erreichen von höheren Levels weiterzuentwickeln und andererseits Kampagnen im klassischen Aufbaustrategiestil à la Warcraft zu bestehen. Auch beim Aufbauteil darf der eigenen Held und u.U. herbeigerufene Co-Helden mit in das (Kampf)Geschehen einbezogen werden. Statt aber wie gewohnt die eigene Einheit anzuwählen, eine bestimmte Aktion (z.B. einen Zauberspruch) auszuwählen und dann eine gegnerische Einheit im Kampfgetümmel zu finden und diese punktgenau anzuklicken, gibt es bei Spellforce das neue Click & Fight System. Dort genügt ein Klick auf eine gegnerische Einheit und schon erhält der Spieler unter den Portraits seiner eigenen Kämpfer die möglichen Aktionen. Ein zweiter Klick und schon wird die gewünschte Aktion ausgeführt. Ob die Mission jeweils mit dem Helden selbst und seinen Co-Helden oder mit ganzen Heerscharen bestritten wird, wird vom Terrain bestimmt. Sowohl (Co)Helden als auch Arbeiter und Soldaten werden nämlich per Runen zum Leben erweckt. Diese werden meist gefunden, können später aber ich gekauft werden und müssen jeweils an bestimmten Orten verwandt werden. So können Heldenrunen an so genannten Heldenmonumenten ins Leben gerufen werden, während Arbeiter und Soldaten an anderen Monumenten erweckt werden können. Dabei können die Helden mit jeweils gekauften oder gefundenen Ausrüstungsteilen ausgestattet werden, während beim Aufbauteil anhand von verschiedenen Gebäuden weitere Einheiten und bessere Gebäude erstellt werden können. Die Auswahl an Gegenständen für die Helden ist dabei enorm und selbst Itemfetischisten wie ich kommen bei Spellforce voll auf Ihre Kosten – das auch, weil die herbeigerufenen Helden nicht mit aufsteigen und durch neue Runenhelden ersetzt werden können. Dabei muss man den alten Helden zuvor die Ausrüstung abnehmen und natürlich dann auch die neuen Helden wieder ausrüsten! Zur Story von Spellforce will ich natürlich auch noch ein paar Worte sagen, denn auch diese verfügt über reichlich Tiefgang. „Dreizehn der größten Zauberer aller Zeiten haben in ihrer unermesslichen Gier und ihrem Streben nach gottesähnlicher Macht das Land in einem Strudel aus Chaos und Verzweiflung versinken lassen. Der blinden Wut rasender Elemente - von den Magiern heraufbeschworen in dunklen Ritualen – fielen ganze Erdteile zum Opfer. Kontinente wurden von den freigesetzten Urgewalten zerschmettert und hinweggefegt wie Herbstlaub im Wind, und riesige Armeen, gebunden an die Kraft uralter Runen, überzogen die Länder mit Krieg und Verwüstung. Zurück blieben einige wenige Landmassen, die sich nun wie Inseln über dem zerstörten Antlitz der Welt erheben, und deren einzige Verbindung untereinander in Form magischer Portale besteht. Jetzt, nur wenige Jahre nach Ende der Konvokation, ist das Böse zurück gekehrt – stärker und mächtiger als jemals zuvor – um das unselige Werk zu beenden, das damals begonnen wurde. Doch die Prophezeiungen erzählen von einem Menschen. Verdammt zur Unsterblichkeit, gebunden an die Macht der Blutrunen… Bald wird die Zeit kommen, da ein einzelner das Schicksal aller für immer verändern wird. Zum Guten oder zum Bösen… lautet der Text des Herstellers dazu, dem habe ich nicht viel hinzuzufügen, das macht doch Lust auf mehr! Dem Spieler bleibt nun überlassen, auf welche Seite er sich schlagen will, zur Auswahl stehen 6 Aufbaurassen – Menschen, Zwerge, Elfen, Dunkelelfen, Orks und Trolle – mit denen sich zeitgleich(!) Siedlungen errichten und Schlachten schlagen lassen. Als Gegner stehen dem 30 verschiedene Gegnerrassen, von feigen Goblins bis zu mächtigen Dämonen und Drachen gegenüber. Erstaunt hat mich auch, dass immer wenn ich dachte, es kann nicht besser werden, Spellforce wieder neue Ideen und Überraschungen bereithält, das Spiel wird dadurch nie langweilig und ist hochgradig suchterzeugend. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich auch auf „leicht" stellen, so dass auch Anfänger viel Spaß und langfristigste Motivation in Spellforce haben dürften. Für mich ist Spellforce ein ganz ganz heißer Kandidat auf das Spiel des Jahres!

Patrik Dominik Hodapp

Systemvoraussetzungen:
Windows 98/ME/2000/XP
Intel Pentium 3 1 GHz
256 MB RAM
2 GB Festplattenspeicher
32 MB 3D-Grafikkarte
DirectX 9.0 oder höhe
r