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The Fall -
Last Days of Gaia

Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
Silver Style

Erschienen bei:
Koch Media

Ich habe auf dieses Spiel ziemlich lange gewartet. Bin ich doch ein Fan des Fantasy Genres und verschlinge selbst weniger gelungene Filme wie Waterworld und liebe kultige Streifen wie die Mad Max Reihe. An letztere Filme mit Mel Gibson erinnert The Fall auch irgendwie. Wer also Spiele wie das legendäre Wastelands oder Fallout mochte, der sollte jetzt weiterlesen.

First of all muss natürlich kurz die Story von The Fall umrissen werden: Das Ganze spielt in der Zukunft, die Menschheit hat die Kontrolle über Kernfusion und machte Quantensprünge in der Luft- und Raumfahrttechnologie. Die NASA will mit Hilfe von 6 Terraformern den Mars besiedeln. Was ein Terraformer ist, wollt Ihr jetzt wissen?! Eine gigantische Maschine, die riesige Mengen an Kohlendioxid in einer unvorstellbaren Geschwindigkeit in die Atmosphäre leitet, um so für eine globale Erwärmung zu sorgen und damit den Planet bewohnbar zu machen. Doch 11 Tage vor Lauch der Trägerrakete kapert eine bis dahin gänzlich unbekannte Sekte die Maschinen und aktiviert sie auch. Bis die Terroristen dingfest gemacht sind, ist auch schon soviel CO2 in die Atmosphäre gelangt, dass Jahrhunderte vergehen dürften bis dieser Effekt wieder verpufft ist – insgesamt wurde es 10,5C wärmer. Die Folge davon sind Tsunamis und Schmelzwasser von den Polen, die so manche Metropole ausradierten und die Nachwirkungen davon sind neue Krankheiten und der Kampf um die Trinkwasser-Ressourcen. 11 Jahre nach besagtem Jahr 2062 herrscht deshalb Anarchie – hier wieder der Vergleich mit Mad Max.

Die Familie unseres Spieler Charakters wurde getötet und nun sinnt er oder sie nach Rache und schließt sich deshalb der neuen Regierung an, um als Söldner irgendwann den Mörder zu finden und nebenbei noch die Welt von menschlichem Ungeziefer zu säubern. Kurzum ein sandiges Endzeitszenario mit viel Action. Den Spieler erwarten neben vielen Quests und Aufgaben auch Kämpfe mit Tieren wie Wölfen, Pumas sowie mutiertem Viehzeug und einer Menge menschlicher Gegner. Gekämpft wird meist mit Schusswaffen, es darf aber auch geschlagen oder geworfen werden – das Arsenal reicht von der abgebrochenen Bierflasche über die bloße Faust, einer Armbrust, einem Sniper-Gewehr, Handgranaten, bis hin zum vollautomatischen MG. Das Ganze findet in verschiedenen liebvoll gestalteten Gebieten statt. In Punkto Grafik kann The Fall absolut überzeugen, es ist eine Augenweide, die Details der Karten zu betrachten oder die Animationen der PCs und NPCs zu sehen. Egal ob geschossen, geklettert oder gerobbt wird, alles ist liebevoll animiert. Sehr schön ist auch, dass die NPCs ihrem Leben nachgehen und die Statistenrolle mit Eigenleben erfüllen. Viele der NPCs öffnen auch weitere Queste im Tagebuch und es lohnt sich daher, das Gespräch zu suchen. Die Dialoge sind übrigens komplett vertont und teilweise mit einer Menge schwarzem Humor ausgestattet. Das Spiel nimmt auch den einen oder anderen Film aufs Korn, so gilt es z.B. in einem Quest einen Fux-Kompensator zu suchen und ihn Marty abzuschwatzen, der dann meint, er hätte den Doc lange nicht mehr gesehen. An anderer Stelle kann man sich bei einem verrückten Astronauten als Captain Buck Rodgers ausgegeben – brillant.

Weniger brillant sind allerdings die vielen Bugs die The Fall hat. Mittlerweile sind schon ca. 6 Patches erschienen um diese Löcher zu flicken. Leider leidet der ansonsten sehr hohe Spielspaß unter diesen Fehlern doch sehr und es wäre wünschenswert gewesen, wenn das Spiel im Vorfeld besser getestet worden wäre, als ein unfertiges Produkt auszuliefern. Ansonsten muss man den Entwicklern von Silver-Style eine sehr gute Arbeit attestieren. Das Spiel macht schon nach kurzem süchtig und ist ein Augen und Ohrenschmaus, wozu auch the Titelmusik von Darkseed beiträgt. Auch die Interaktion mit der Umgebung ist sehr gelungen, es gibt viel zu entdecken und zu durchsuchen – auch gibt es verschiedene Fahrzeuge im Spiel, die gefahren werden können oder Items, die man z.B. kombinieren kann. Leider ist das Inventory aber generell zu klein und selbst nach Patches nur bedingt stapelbar – so dass so mancher Spieler schnell vom ständig umsortieren gestresst sein dürfte. Eigentlich sind diese Kinderkrankheiten sehr Schade, denn lange hat mich kein Spiel mehr so überzeugt wie The Fall. Die Langzeitmotivation ist sicherlich vorhanden und wird wie gesagt lediglich durch die genannten Bugs gestört. Wer das Science-Fiction Genre oder Endzeitszenarien im Generellen mag, der sollte The Fall unbedingt ausprobieren.

Patrik „MasterBlaster“ Hodapp

Systemvoraussetzungen:
Windows 98/ME/2000/XP
Pentium 4 mit 1,2 GHz oder 100% kompatibler Prozessor
256 MB RAM
650 MB freier Festplattenspeicher
DirectX kompatible Grafikkarte mit 32 MB
CD-ROM Laufwerk