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Transport Gigant

Preis: ca. EUR 45,-

Entwickler:
JoWood Productions

Erschienen bei:
Koch Media

Und wieder einmal präsentiert Jowood einen Giganten. Nur ist Transport Gigant auch wirklich ein würdiger Vertreter der „Gigant“-Serie? Wie schon bei Industriegigant ist es wieder das Ziel, verschiedene Produkte von A nach B zu transportieren. Zusätzlich gibt es nun die Möglichkeit, Personen und Post zu befördern.

Wo bei Industriegigant noch selbst gebaut werden konnte, sind nun bereits vorgegebene Industrie-firmen und Farmen im Level integriert und müssen nur noch an das Verkehrs- und Transportnetz angebunden werden. Um diese Waren und Personen dann zu befördern, bedarf es über 130 verschiedener Fahrzeuge, die sich über Strassen, Schienen, Wasser oder durch die Lüfte bewegen können. Die meisten dieser Gefährte sind Originalen nachempfunden und lediglich die Namen wurden etwas verändert. So gibt es beispielsweise einen französischen TGV oder eine Boeing 747. In zwei Kampagnen kann man sich als Unternehmer beweisen und in jeweils 14 Missionen verschiedenste Aufgaben bewältigen. So müssen zum Beispiel Baustellen innerhalb von 10 Jahren mit ausreichend Holz versorgt werden oder ein bestimmter Umsatz gemacht werden, um eine Mission zu erfüllen.

Für die beiden Kampagnen wurden zwei Kontinente verwendet. Zum einen die USA und zum anderen Europa. Beide startet man im 19. Jahrhundert und arbeitet sich dann von Mission zu Mission ins 21. Jahrhundert vor. Das eigentliche „Schmankerl“ ist aber das Endlosspiel, bei dem man die Möglichkeit hat, bis ins Jahr 9000 zu spielen, wobei bereits im Jahr 2050 alle Fahrzeuge und Techniken vorhanden sind. Zudem lässt sich das Startdatum auf 1850, 1875, 1900, 1925, 1950, 1975 und 2000 bestimmen, wobei jedes dieser Jahre für eine bestimmte Entwicklungsstufe steht. So muss man im Jahre 1850 noch mit Pferden arbeiten und kann im Jahre 2050 die erste Einschienenbahn erbauen. In Sachen Zuverlässigkeit sind die Jahreszahlen auch ganz entscheidend. Pferde sind lange nicht so zuverlässig wie ein LKW und sollten somit auch mit solchen ersetzt werden, wenn diese zur Verfügung stehen. Die Baumöglichkeiten bei Transportgigant wurden leicht verbessert, sind aber immer noch nicht gut gelungen. Wenn man eine Strasse baut, gibt es nur eine Sorte von Kurven, die dann in einem steilen 90° Winkel verlaufen.

Auch bei den Gleisen sieht das Ganze ähnlich aus, lediglich den Radius der Kurve kann man zwischen eng und ausgedehnt wählen. Zudem gibt es nur zwei verschiedene Arten von Weichen, die es nicht zulassen, beispielsweise an einem Bahnhof auf mehrere Gleise zu wechseln und danach wieder zusammenzuführen, da jeweils ein offenes Ende bestehen bleibt und es nicht mal als Abschluss einen Prellbock gibt. Dazu kommt noch das ziemlich kompliziert gestrickte Baumenü, an das man sich nur schwer gewöhnt. Und auch grafisch weist das Spiel Mängel auf, so kommt es in Kurven dazu, dass die Waggons sprichwörtlich um die Kurve „hüpfen“ statt sauber darüber zu fahren und auch die Animationen der Schiffe sind recht kläglich, da die erzeugten Wellen eher aufblitzen anstatt schön dahin zu gleiten. Alles in allem ist das Spiel für Modelbahnfans durchaus geeignet, wer jedoch Industriegigant 1 und 2 kennt, wird von diesem Spiel im direkten Vergleich enttäuscht sein. Auch grafisch ist das Ganze nicht gerade modern. Einzig und alleine die Musik ist immer wieder etwas belebend fürs Spiel, da sie passend zu der gerade aktuellen Jahreszahl den passenden Song bereithält.

Tobias Mast

Systemvoraussetzungen:
Windows XP / ME / 98 /95
Pentium III 500 MHz
64 MB RAM
3D Grafikkarte 16 MB
4x CD ROM
Maus