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Ape Academy 2
Preis: ca. EUR 45,-

Erschienen bei:

Sony Computer Entertainment

Der erste Teil des Affentheaters hat keinerlei Spuren in meinem Gedächtnis hinterlassen, was aber noch nichts heissen mag. Ape Academy 2 ist ein Kartenspiel nach dem Schere–Stein– Papier-Prinzip, gepaart mit Kampfeinlagen, in denen man Minispiele zu meistern hat.

Sowohl bei den Spielkarten als auch in den Minispielen tritt man stets gegen seinen Kontrahenten an, im Modus „Einzelspieler-Kartenkampf“ gegen die CPU. Die Karten des Gegners sind ersichtlich, was die Sache taktisch etwas erleichtert. Die Spielkarten sind ungleichmäßig verteilt, so hat man in manchen Runden ein klares Übergewicht an Papier-Karten, während der Gegner mit seinen Scheren lauert. Unter diesen Umständen ist es geschickter, zu Passen und die Runde weiterzugeben. Man erhält dadurch eine Banane. Die Karten können meist nur mit einer höheren Anzahl Bananen gespielt werden. Durch einen Sieg im Minispiel kann man dem Gegner dann meist die gebogenen Tropenfrüchte abluchsen.

Gewinnt man die Kartenrunde, ist man kräftemäßig im Vorteil und/oder bestreitet den Angriff in den Minispielen. Die Spielchen selbst sind recht witzig, aber wirklich mini im Sinne von minimal, auch was die technische Seite des Spiels angeht. So beschießt man sich mit Kanonenkugeln, bis das gegnerische Boot sinkt, man fängt Bananen mit Netzen, tanzt den gegnerischen Affen aus dem Discolicht, kämpft á la American Gladiators auf Schwebebalken mit überdimensionierten Q-Tips um Balance und versucht, den Gegner herunter zu stossen etc. Gewinnt man einen Level, gibt es Geld, das man dann in Karten oder ganzen Kartenpacks anlegen kann.

Nun ist Schere-Stein-Papier ein Spiel, das mal schnell die Wartezeit auf die nächste Strassenbahn überbrückt oder gar elegant zum Aushandeln, wer denn nun abwäscht, dient, auf Dauer ist das aber nix, ähnlich verhält es sich mit den – mit über 100 zugegebenermaßen recht zahlreich vertretenen – Minispielen. Einige witzige Aktionen sind dabei, doch manche Spielchen sind so lieblos und eingeschränkt in der Handhabung, dass man schnell die Lust verliert. Die insgesamt recht unterdurchschnittliche Präsentation des Spiels, was Grafik als auch Sounddesign angehen hilft auch nicht darüber hinweg.

Christian Dännart