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Der Pate
Preis: ca. EUR 45,-

Erschienen bei:

Electronic Arts

Der Pate ist der wohl bekannteste Vertreter der Mafia-Streifen. Zurecht, an Spannung ist die Trilogie wohl kaum zu überbieten. Zudem wertete man den grandiosen ersten Teil mit den beiden Fortsetzungen nicht etwa ab sondern konnte sich noch steigern – ein Kunststück, das nicht allzu oft gelingt. Wobei wir beim Thema wären, denn auch eine gute „Versoftung“ muss erst einmal gelingen.

Zeitlichen Vorsprung hatten die Heimkonsolen, so wird sich die PSP Version des Paten wohl an diesen messen lassen müssen. Das Gameplay von „Der Pate“ ist mit dem der GTA-Reihe vergleichbar. Nun wurde die PSP Version aber auf die technischen Eigenschaften des Handheld zurechtgestutzt. Amputiert wurden die „Fahrgeschäfte“, Ihr bewegt Euch nicht mehr frei in New York, vielmehr sind Eure Missionsziele vorgegeben, was das Spiel nun sehr linear macht.

Ihr beginnt mehr oder weniger als kleiner Ganove, der in die Familie Corleone aufgenommen wird. Zum täglichen Geschäft gehört das Schutzgeld erpressen, Ihr nehmt Euch also die Betreiber von Geschäften zur Brust, die Ihr mit Schlägen und dem Zertrümmern der Läden einschüchtert. Mitleid ist in diesen Situationen eine Tugend, die nicht sehr gefragt ist, wollt Ihr es auf der Karriereleiter nach oben schaffen. Es kann mit vielen Statisten interagiert werden. Neben den Fäusten steht Euch auch ein beachtliches Arsenal an Schusswaffen zur Verfügung, von dem Ihr im Verlauf des Spiels des öfteren Gebrauch machen müsst, denn nicht nur Ihr verfolgt energisch Euer Ziel, auch die Gegner zögern nicht, Euch in Überzahl aufs Korn zu nehmen. In den einzelnen Missionen gilt es, Geschäfte abzuschließen, Personen zu beschützen, gezielt zu morden oder feindliche Quartiere in die Luft zu jagen.

Eingestimmt wird man durch ein Intro, das die Vorgeschichte zu Eurem Eintritt in die Familie Corleone erzählt. Auch werdet Ihr von weiteren Sequenzen auf die anstehenden Missionen vorbereitet. Das Gameplay besteht aus den Missionen, die in der 3rd Person Perspektive gespielt werden, und einem kleinen, exklusiv für die PSP entwickelten Echtzeitstrategie-Part, in dem es um die Ausbreitung des Gebiets der Corleones geht. Dies ist als kleines Trostpflästerchen – als Ausgleich für den Wegfall der Fahrerei in den tollen, nostalgischen Fahrzeugen – zu sehen, gewinnt Ihr die Eroberungsmissionen, habt Ihr den Einfluss der Familie vergrössert. Technisch gibt es bei Der Pate nicht viel zu meckern, was vom Spielumfang übrig geblieben ist, spielt sich flüssig, auch aufgrund der recht simplen Steuerung. Grafisch ist der Titel durchaus ansehlich, sowohl bei der Spielgrafik als auch bei den Zwischensequenzen, die das Spielgeschehen gelungen abrunden.

Hervorragend ist die Sounduntermalung, besonders die Synchronisation. Hier hat man ganze Arbeit geleistet. Der Spielablauf könnte insgesamt aber etwas abwechslungsreicher sein. Die Missionen verlaufen wie gesagt recht linear, vielleicht hätte man sich doch die Mühe machen sollen, auch das Fahrgeschäft mit zu übertragen. Dann hätte man vielleicht von einem gelungenen GTA-Klon sprechen können, so ist aber ein mässig spannender 3rd Person Shooter mit etwas Strategieanteil herausgekommen.

Christian Dännart