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Der Herr der Ringe - Taktiken
Preis: ca. EUR 45,-

Erschienen bei:

Electronic Arts

Nach relativ soliden Hack And Slay Umsetzungen des mehrteiligen Filmspektakels und einem Exkurs in den Bereich der Rollenspiele auf den Heimkonsolen folgt nun taktisches Geplänkel für unterwegs auf der PSP. Das Intro hält passende Filmsequenzen bereit, danach darf sich der Spieler bei den zwei zur Auswahl stehenden Kampagnen für die Gute oder die Böse Seite entscheiden. Auf der Seite der Guten kämpfen natürlich Frodo, Aragorn, Gandalf, Gimli, etc, während Orks, Ringgeister und Sauron persönlich für die Bösen mit den Schwertern rasseln.

Einzelne Szenen des Films können hier nachgespielt werden. Dabei kommt es auf die Strategien an, die man mit seiner Einheit verfolgt. Bei jeder Schlacht gilt es ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Meist ist es damit getan, einen Gegner zu schlagen oder eine festgelegte Anzahl an Trefferpunkten beizubringen. Bei der Aufstellung der Mannen sind die Gegebenheiten des Schlachtfeldes in die taktischen Erwägungen mit einzubeziehen. So ist es günstig, Bogenschützen höher zu postieren, um Gegner aus der Ferne zu traktieren, ohne dass ihnen allzu große Gefahr droht. Die Schlachten bestehen aus der Bewegungsphase, in der die Kämpfer postiert werden, und der Angriffsphase, in der festgelegt wird, welcher Charakter welchen Gegner aufs Korn nimmt.

Dabei sollte man auch an die Fähigkeiten der einzelnen Kämpfer denken und diese geschickt einsetzen. Wird der Gesundheitszustand eines Charakters kritisch, kann, falls vorhanden, ein Heiltrank eingesetzt werden, dafür muss der betreffende Charakter aber in dieser Runde auf einen Angriff verzichten. Nach der Schlacht gibt es Erfahrungspunkte, die in Upgrades der Charaktere angelegt werden können, um deren Fähigkeiten zu verbessern. Die Spielegrafik geht für ein rundenbasierendes Kampfspiel in Ordnung. Die Kameraperspektive lässt sich nahezu frei einstellen. Eingebettet sind die nachzuspielenden Schlachten in die Original Filmsequenzen. Doch trotz der Verwendung der Filmschnipsel und auch des Soundtracks mag kein rechter Spielfluss aufkommen. Denn das Ableben von Schlüsselfiguren des Films hat überhaupt keine Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf. Diese Ungereimtheit ist durchaus verständlich, denn gerade wenn man sich für die Böse Seite entschieden hat und die einzelnen Schlachten für sich entscheidet, so ändert man doch den Ausgang der Geschichte nicht. Mit Logik hat das nichts zu tun, allerdings wird sich Jackson wohl auch nicht ernsthaft um ein alternatives Ende für diesen Spieletitel bemüht haben.

So ist Herr der Ringe – Taktiken ein unkompliziertes – weil bewusst einfach gehaltenes Taktikspiel, in dem die Filmlizenz von EA Games noch einmal verwertet werden konnte. Ein Merchandisingtitel sozusagen, ohne viel Spieltiefe. Ist man nicht wirklich Fan von rundenbasierender Taktik, dann wird die Motivation sehr schnell aufgrund der langatmigen und mit wenig Action garnierten Präsentation des Spiels leiden. Auch im Hinblick auf die riesigen Schlachtfelder der Filme hätte man etwas mehr in das Spiel investieren können, so sind es maximal sechs Charaktere, die befehligt werden können. Da wäre man mit der Umsetzung der Hack And Slay Titel für die PSP wohl besser bedient. Diese werden dem Filmereignis auch eher gerecht.

Christian Dännart