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Marvel Nemesis - Rise Of The Imperfects
Preis: ca. EUR 45,-

Erschienen bei:

Electronic Arts

Lizenztitel sind ja immer so eine Sache. Da gibt es recht gelungene Titel, man denke da an Simpsons Hit And Run oder die 007-Reihe, und es gibt auch weniger gelungene… naja, wir kenne sie ja. In Marvel Nemesis kommt ein guter Teil der Marvel Comic Charaktere zusammen, um sich ordentlich zu vermöbeln. Richtig, es handelt sich um einen Prügler in der Machart von Dead Or Alive und Mortal Combat.

Sehr hübsch anzusehen ist die kleine Einstimmung auf die Rauferei, ein stylisches Cartoonintro. Anstatt eines Trainingsmodus kann man sich diverse Fertigkeiten der Kämpfer per Videoclip anschauen. Den ersten spielerischen Eindruck liefert das Schnelle Spiel. Hier kann man mit den zu Beginn zur Verfügung stehenden Haudegen Das Ding und Johnny Ohm die Steuerung des Spiels ausprobieren. Ist aber nicht sehr spannend, denn weitere Charaktere und Schauplätze muss man sich erst im Kampagnen Modus freispielen. Damit wären wir auch schon beim Hauptmodus, der Kampagne: Die Auswahl ist zu Beginn nicht eben groß, also mal den steinernen Helden Das Ding gewählt und hinein in den Ring. Eure Gegner werden immer kurz und vage beschrieben, ist aber nur Beiwerk, diese knappe Rahmenhandlung, denn eigentlich dreht sich ja alles nur um die Klopperei.

Jeder Charakter ist mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, Das Ding hat zum Beispiel einen recht passenden Move drauf, der irgendwie an Wrestling erinnert. Ansonsten kann man den Gegner schnappen und an die Wand schleudern, oder mit Schlägen bearbeiten. Autos, Statuen und Tonnen sind nicht nur Zierrat, so können diese Gegenstände aufgenommen und dem Gegner entgegengeschleudert werden. Die Schauplätze reichen von der Brücke über das Versteck von Dr. Doom bis hin zum Inneren eines Kraftwerks. Im Spielverlauf trifft man auf weitere Marvelhelden, die bekanntesten Vertreter sind wohl Spiderman und Captain America, aber auch Storm, Iron Man, Magneto oder Elektra schwingen die Fäuste. Die Imperfects kommen unter anderem mit dem Elektromagier Johnny Ohm, der im wahrsten Sinne des Wortes heißen Solara und dem lebenden Virus Hazmat.

Wie es sich gehört finden die Kämpfe rundenbasierend statt, entscheidet man den Kampf für sich, ist für die Beschaffenheit der Medaille die Zeit ausschlaggebend, die man brauchte, um den Gegner auf die Bretter zu schicken. Auch macht es einen Unterschied, ob man selbst einmal besiegt wurde. Gibt man sich keine Blöße und sorgt für einen frühen KO, winkt die Goldmedaille. Die Belohnung kommt in Form von Sammel-Karten, die gewisse Power-Ups mit sich bringen, so können die Richtungstasten mit Kartenfunktionen wie längerer Ausdauer, verheerenderer Schlagwirkung etc. belegt werden. Diese Karten kann man sich auch im Sammelalbum betrachten. Zudem werden über die gewonnen Kämpfe weitere Gegner, Szenarien und Videoclips freigeschaltet. Dies klingt wie ein solider Prügler, nur hat man bei der Umsetzung sehr geschludert. Die Kämpfe verlaufen fast immer gleich, es gibt wenige Kombinationsmöglichkeiten, und auch die Specialmoves beschränken sich im Allgemeinen auf unspektakuläre Aktionen wie Schüsse. Gut, die Tastenbelegung hat man dadurch recht schnell verinnerlicht, allerdings läuft jeder Kampf auf stupides Gekloppe hinaus. Auch die Arenen sind nicht gerade der Hingucker, deshalb leidet vor allem die Langzeitmotivation. Es ist fraglich, ob ein Marvel-Fan gerade ein Spiel braucht, in dem sich seine Helden untereinander verprügeln. Auch ist die Konkurrenz, wie vorher schon angesprochen, enorm, da lassen sich wesentlich bessere Titel finden. Das Geld für Marvel Nemesis – Rise Of The Imperfects ist in ein paar seltenen Marvel-Comics besser investiert.

Christian Dännart