Archiv>> PSP  
 
MediEvil Resurrection
Preis: ca. EUR 45,-

Erschienen bei:

Sony

Sir Daniel Fortesque – so heißt der (Anti-)Held des Spiels Medievil Resurrection. Eigentlich starb er gar keinen Heldentod, wie es sich die Bewohner von Gallowmere erzählen, vielmehr wurde er relativ unfreiwillig in die Schlacht gegen den bösen Zauberer Zarok und seine Untertanen hineingezogen und auch gleich im ersten Pfeilhagel niedergestreckt. Hundert Jahre sind seit seinem unspektakulären Tod vergangen und Zarok ist zurückgekehrt, um das Land zu erobern, doch auch Dan erhält auf mysteriöse Weise eine zweite Chance, und dieses Mal will er wirklich als Held aus der Schlacht hervorgehen. Als einäugiges Skelett schlägt sich Daniel nun durch die Level und Minispiele. An seiner Seite der flippige Geist Al-Zalam, der sich in Dans Augenhöhle eingenistet hat

Im Vorspann wird die Geschichte von Daniel via Texttafeln und morphenden Standbildern und mit jeder Menge Kalauer gespickt erzählt. Hübsch sind die 3D-Rendersequenzen, die dann auf die Level einstimmen. Startet man das Spiel als absoluter Neuling, dann gibt es erst einmal viel in den den herumliegenden Büchern über die Steuerung, die Attacken, Waffen und Combos etc. zu lesen. Das ist vielleicht nützlich, hält aber auch auf, denn eigentlich erklärt sich die Steuerung unseres knochigen Freundes von selbst. Zunächst dient ein lächerliches Holzschwert zur Verteidigung im Nahkampf, mächtigere Knüppel und Schilde sowie Fernwaffen wie Messer oder Speer folgen im weiteren Spielverlauf.

Vom Spielprinzip her ist Medievil ein Hack And Slay mit einem geringen Anteil an Rätseleien. Dan bewegt sich (meist) in frei wählbarer Kameraperspektive und sammelt verlorene Seelen, die erledigten Gegnern wie mutierten Kürbissen, Klapperskeletten und anderen Tunichtguten entfleuchen in einem Becher, um sie dann in der Halle der Helden gegen Upgrades einzutauschen. Um hartnäckigen Bossgegnern beizukommen ist es nötig, sich öfters mal an den Gesundbrunnen zu laben und den Gargoyles, geldgierigen fliegenden Händlern, Munition oder Energieschübe abzukaufen.

Dank der originellen Charaktere, der exzellenten Spielgrafik und einer unaufdringlichen, filmsoundtrackhaften Musikuntermalung ist diese Leichenfledderei unterhaltsam und kurzweilig. Wenn man nicht gerade auf irgendwelche Gegner eindrischt, sucht man nach Runensteinen, um Türen zu öffnen oder macht in Minispielen mit einem Hammer Jagd auf Ungeziefer, ballert auf Zielscheiben oder kloppt auf die Köpfe von Zarok-Puppen. Am Gameplay gibt es wenig zu mäkeln, außer, dass man manchmal um einen günstigen Blickwinkel regelrecht kämpfen muss, das Problem haben aber viele Jump And Runs und Action Adventures. Freunde von Actionadventures werden Medievil mit seinem morbiden Charme noch von der PSOne kennen. Für die PSP Fassung spendierte man die Minispiele, die dann auch mehrspielertauglich sind.

Christian Dännart