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Tiger Woods
PGA Tour 06
Preis: ca. EUR 45,-

Entwickler:
EA Sports

Erschienen bei:

Electronic Arts

Die stressgeplagten Manager tun es zur Erholung, die Firmenbosse zum Zeitvertreib und die Ärzte zum Feierabend: Golf ist ein Mythos! Und er lässt sich hervorragend auf der PSP zocken. Der edle Sport der Reichen und Schönen wurde für Sony´s PSP erstmals detailverliebt digital nachgebildet.

Zunächst erstellt man sich am besten einen eigenen Spieler. Mit dem Game Face lassen sich Golfer erstellen, die verblüffend Nahe an Vorbildern, Bekannte oder Freunde heranreichen. Jedes Detail, von der Figur und Körpergräße bis hin Gesichtsmerkmalen wie die Augenbrauenform, kann einzeln verändert werden. Hat man also seinen Charakter erstellt, dann darf noch ein bisschen Geld für die Attribute ausgegeben werden. Punkteweise wird dann in spielerisches Können wie Kraft, Schlagpräzision, Putten oder – nicht zu vernachlässigen – Glück investiert. Das Quickplay, der erste Menupunkt, bietet neben einem knappen Tutorial diverse Spielvarianten, mit denen man schnell etwas Geld verdienen kann, inklusive Minispiel Putt-Rausch, in dem innerhalb vorgegebener Zeit so viele Putts wie möglich gemacht werden sollen.

Hautmodus ist der Rivalenmodus. Hier beginnt man auf dem Leaderboard ganz unten. Indem man sich nach und nach jedem Golfer stellt, arbeitet man sich sukzessive nach oben. Dass dies nicht so leicht ist, wie es sich anhört, versteht sich von selbst. Neben dem obligatorischen Turnier stehen noch weitere Herausforderungen in Form von Kursen und Minispielen an, in denen Ihr Euren virtuellen Widersacher besiegen müsst, um den nächsten Gegner in Angriff zu nehmen. Der Spielablauf ist vergleichbar mit dem der Vorgängerversionen, die man von der Xbox oder der PS2 kennt. Das Gameplay ist beliebig einstellbar, ist man zu Beginn recht froh um die Schlagstärkenanzeige und diverse Hilfsmittel wie etwa die Ideallinie für die Putts, so kann man nach einigen Runden und hoffentlich einigen Verbesserungen auf dem Leaderboard bald vollständig darauf verzichten.

Zu Beginn, mit bescheidenem Attributguthaben zahlt man eben viel Lehrgeld, der Rubel rollt allerdings, wenn man den einen oder anderen Wettbewerb für sich entscheidet. Man tut auch gut daran, sein Geld erst einmal in die Aufbesserung der eigenen Fähigkeiten zu stecken, den Verlockungen sündhaft teurer Luxussportartikel kann man dann später noch gerne erliegen. Auch mit dem Sponsoring eröffnen sich interessante Möglichkeiten, da schmückt man sich während des Spiels doch gerne mal mit irgendwelchem Markenfirlefanz. Zur Spielbarkeit trägt auch der zuverlässige Caddy bei, der dem Spieler je nach Spielsituation die verschiedenen Schläger empfiehlt. Jeder Kurs wird mit seinen Löchern vorgestellt, auf Hindernisse wie Bunker und Seen hingewiesen. Die Steuerung bekommt man im Tutorial schon mal grob erklärt, weitere Tipps bekommt man während des Spiels. Die Abfrage des Analogsticks ist sehr präzise, so passiert es nach kurzer Eingewöhnungsphase recht selten, dass mal ein Ball in die Binsen geht. Die neue Putting-Steuerung, in der man Unebenheiten beurteilen kann ist hingegen etwas tricky. So werden längere Putts zum Glückspiel – was man vielleicht mit Realismus begründen kann. Technisch holte man eine Menge aus der Handkonsole heraus. Die Soundkulisse, die Publikum, Fauna und weitere Umgebungsgeräusche wie Brandung oder Wind vermittelt, steht den Heimkonsolen in nichts nach. Grafisch muss man, was den Detailreichtum angeht aber ganz klar Abstriche machen. Was man aber leicht verschmerzen kann, denn das tut dem Spielspass keinen Abbruch. Mit Tiger Woods PGA Tour 2006 liegt man nicht falsch, wenn man sich eine fesselnde, lange motivierende Golfsimulation zulegen möchte.

Christian Dännart