Xbox  
 
Der Herr der Ringe - Die zwei Türme
Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Stormfront Studios

Erschienen bei:
Electronic Arts

Selten war ein Film so bombastisch inszeniert und dargestellt worden wie die beiden ersten Teile von Tolkien´s "Herr der Ringe". Von daher war ich sehr neugierig, was Electronic Arts mit der Lizenz zum zweiten Teil, für ein Spiel auf die Beine stellt. Für die Entwicklung waren die Stormfront Studios verantwortlich. Stellte sich mir nun die Frage: "Muss ich jetzt mit einem Rollenspiel rechnen, oder doch eher einem Action-Adventure?"

Tja, die Antwort lautet: Irgendwie etwas von Beidem. Aber auf alle Fälle lautet bei diesem Spiel das Motto: Immer kräftig drauf, und das solange bis der Daumen glüht….. Schon das Intro präsentiert originale Filmszenen. Das Spiel basiert auf den ersten beiden Teilen der Filmtrilogie. Wählt zu Beginn des Abenteures zwischen Aragorn, Legolas oder Gimli aus. Im Laufe des Spiels ist es möglich, Eure Figur mit neuen Angriffen sowie neue Waffen auszurüsten. Dies geschieht, indem Ihr Eure Feinde so schnell und so gut wie möglich um die Ecke bringt. Dafür erhaltet Ihr sogenannte Upgradepunkte, mit welchen Ihr dann einkaufen gehen könnt. Denn nach jedem beendeten Level wird gespeichert und Bilanz gezogen. Des weiteren wird Eure Spielfigur aufgewertet und hat dann im späteren Spielverlauf grössere Chance zu überleben. Denn merkt Euch eins, in der Schlacht um Helms Klamm müsst Ihr schwerbewaffnet und gepanzert eintreffen, sonst gehen die Lichter aus, bevor sie richtig an sind.

Was mich gleich in den Bann gezogen hat, ist die Mischung aus echten Filmszenen und der Spielegrafik. Das Umschalten geschieht völlig ohne grosse Unterbrechungen und ist sehr beeindruckend. Respekt! Bei den meisten Levels ist es möglich, sie mit allen drei Charakteren zu spielen. Das erhöht die Spieldauer, denn diese ist nicht gerade so üppig ausgefallen. Kommen wir nun zum Kampfsystem, bzw. zum heftigen Drücken der Knöpfe. Einer der wichtigsten Button bei diesem Spiel ist der blaue X-Knopf. Dieser ist für das Abwehren der Angriffe ausgewählt worden. Denn es kann schon passieren, dass Ihr Euch in einem wilden Haufen von Orks wieder findet. Mit dem gelben Y-Button wird der Sturmangriff via Schwert ausgeführt. Im Laufe des Spiels lernt Euer Held noch Kombinationen, und welche Ausweichschritte und andere Dinge zur Hilfe stehen. Durch Drücken der L- R- Buttons feuert Ihr Pfeile ab. An manchen Stellen ist das sehr nützlich! Was mir bei den ersten Schritten gleich aufgefallen ist, ist in manchen Situationen die schlechte Kameraführung, auf welche Ihr leider keinen Einfluss habt. Aber auch daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Wie in jedem Abenteuer bekommt Ihr es auch hier mit verschiedenen Endgegnern zu tun. Vor den Toren Morias dürft Ihr mit einer Riesenkrake ein kleines Plauderstündchen halten.

Zum Abschluss muss ich sagen, das mir Herr der Ringe: Die zwei Türme wirklich gut gefallen hat. Besonders die Grafik und das Ganze drum herum ist wirklich exzellent umgesetzt worden. Die Helden lassen sich zwar gut bewegen, jedoch ist es an manchen Stellen einfach nur ein wildes Geprügel. Die Soundausgabe ist auch gut in Szene gesetzt worden. Leider kommen die originalen Filmszenen ein wenig ins Ruckeln, jedoch läuft das Spiel an sich ohne grossen Probleme ab. Das Speichern des Spieles ist sicherlich ein Kritikpunkt, denn es ist eben nur nach Abschliessen eines Levels möglich. Da diese zum Schluss immer umfangreicher und anspruchsvoller werden, kann es durchaus sein, dass Ihr kurz vorm Ende draufgeht, und das Ganze von vorne beginnen könnt. Da kommt bei manchen Spielern sicherlich schnell Frust auf. Auf alle Fälle habt Ihr die Möglichkeit, im Laufe des Spieles viele Features freizuspielen. Da wären z.B. exclusive Interviews mit den Stars des Films oder auch Bilder von den Drehorten sowie geheime Figuren. Also für einen Herr der Ringe-Fan ist dieses Spiel sicherlich ein Pflichtkauf. Allen anderen kann ich raten, vielleicht kurz anzuspielen, denn die Spieltiefe lässt einfach ein wenig zu wünschen übrig.

Michael Birkle