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HULK
Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Universal Interactive

Erschienen bei:
Vivendi Universal

Was haben der Hulk und der, der das gleichnamige Spiele von "Universal Interactive" spielt gemeinsam? Beide werden während des Spielverlaufes mit Sicherheit wütend! Irgendwie haben es die Entwickler geschafft, die "einfachen" Gegner des Hulk (die Soldaten, bzw. das Kanonenfutter) so zu programmieren, dass sie gehörig nerven. Zum einen liegt es an ihrer Intelligenz, die eher einer Tafel Schokolade ebenbürtig ist, zum anderen ist auch ihre unendliche Anzahl aggressionsfördernd.

Zuerst aber die Randbedingungen. Das Spiel "HULK" macht dort weiter, wo der Kinofilm endet. Ohne große Umschweife befindet man sich mitten in der verheerenden Schlacht in San Francisco (siehe Kinofilm). Hier werden die Grundlagen der Hulk-Steuerung erklärt. Nachdem dieser Kampf überlebt wurde, stellt sich heraus, dass Dr. Bruce Banner alles nur geträumt hat. Nun geht das Spiel richtig los. Dr. Crawford (auch ein Wissenschaftler) schafft es, an ein bisschen von der "Hulk-Energie" zu gelangen, womit General Ryker eine Super-Armee schaffen will. Dies muss Bruce alias "Der Hulk" natürlich verhindern. Da Spiel ist in der Tradition eines klassischen "jump'n run"-Spieles aufgebaut. Am Ende einer bestimmten Anzahl von Level wartet ein Endgegner, der außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt. Die 25 einzelnen Level sind zwar groß aber leider extrem geradlinig aufgebaut.

Alternative Wege, um ein Ziel zu erreichen sucht der Spieler vergeblich. Teilweise führt das so weit, dass z.B. ein Ausgang erst dann angezeigt oder freigegeben wird, wenn eine bestimmte Aufgabe erfüllt wurde. Auch die Kameraführung ist starr und kann nicht gesteuert werden. So kommt es immer wieder vor, dass sich die Ansicht beim Betreten eines Raumes um 180 Grad dreht, womit sich auch die Steuerung umkehrt. Es geht aber recht schnell, dass man mit diesem Umstand umzugehen lernt. Einige Rätsel wurden ebenfalls eingebaut. Diese beziehen sich aber nur auf das Sortieren von Zahlen und Buchstaben und stellen keine große Schwierigkeit dar. Hier wird klar, die Stärken des Spieles liegen in den vielen Kampfeinlagen. 45 verschiedene Attacken stehen dem Hulk zur Verfügung, die durch Tastenkombinationen ausgelöst werden. Die Steuerung wurde gut umgesetzt und ist übersichtlich. Nur eine individuelle Konfiguration des Controllers ist nicht möglich. Nun aber die beiden Dinge, die ohne jede Kritik als "extrem Klasse" bezeichnet werden können, Grafik und Sound!

Schon im Startmenü wird man mit unheilschwangerer Musik, die mit dem Schnaufen und Herzschlag des Hulk unterlegt ist begrüßt. Die hier geschaffene Atmosphäre setzt sich während des Spieles eindrucksvoll fort. Der Sound passt ebenfalls zu diesem lebendig gewordenen Comic und ist perfekt synchronisiert. Die Charaktere und die Umgebung sind ebenfalls im Comic-Stiel gehalten. Ich muss zugeben, dass ich den Hulk im Spiel gelungener finde, als den aus dem Kinofilm. An Lichteffekten und Explosionen wurde nicht gespart. Es kann so ziemlich alles, was während des Spieles zu sehen ist, zertrümmert oder geworfen werden. Hebt der Hulk einen Gegenstand hoch oder steht dahinter, wird dieser teilweise durchsichtig, wodurch die Orientierung erleichtert wird. Dieser schöne Effekt kompensiert die starre Kameraführung wieder etwas. Die flüssige Animation ist hauptsächlich auf die verschiedenen Attacken und deren Auswirkungen ausgelegt. So wird eindrucksvoll die Kraft, die hinter den Schlägen steckt vermittelt. Den Mangel an Intelligenz der einfachen Gegner, habe ich zu Beginn schon erwähnt. Sie werden dem Hulk nur durch ihre Anzahl gefährlich. Die Endgegner sind aus anderem Holz geschnitzt. Sie sind zäher und reagieren auf die Aktionen des Hulk. Nur vom letzten Gegner (dem Leader) hätte ich ein bisschen mehr erwartet. Ebenfalls mehr hätte man von den angebotenen Spiel-Modi erwarten können. Es gibt nur den Storry-Modus und den Herausforderungs-Modus, der aber erst freigeschaltet werden muss und eher einem Training ähnelt. Ein Multiplayer-Spiel fehlt und "Xbox-Live"-fähig, also online spielbar, ist "HULK" auch nicht. Abschließend betrachtet ist "HULK" ein "Prügel-Spiel", dass durch seine Grafik und seinen Sound besticht. Fans dieses Genre und Hulk-Anhänger werden es mögen. Da es sich aber um ein reines Einzelspieler-Spiel handelt, endet die Langzeit-Motivation mit dem letzten Endgegner.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1
Memory Unit (7 Blöcke)