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MASHED
Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Supersonic

Erschienen bei:
Empire Interactive

Es gibt Autorennspiele, bei denen das Hauptaugenmerk auf einer realitätsnahen Fahrphysik, realistischen Fahrzeugen sowie Strecken und authentischen Fahrern liegt und dann gibt es noch die Rennspiele, die einfach nur Spaß machen sollen. "MASHED" gehört eindeutig zu der letzteren Kategorie, obwohl auch hier die Fahrphysik nicht zu kurz kommt.

"MASHED" ist ein Fun Racer, dem man seine Verwandtschaft zu den ebenfalls von Supersonic entwickelten "Micro Maschines" ansieht, wobei es hier härter zur Sache geht. Es ist möglich, den Gegner von der Straße zu drängen, ihn mit Waffen wie z.B. Raketenwerfer oder Maschinengewehren von der Strecke zu pusten. Dann können noch Tretmienen oder Ölpfützen auf der Fahrbahn platziert werden oder man ist einfach schneller als die Anderen. Wer den Bildschirm verlässt, hat nämlich ebenfalls verloren und explodiert. Somit ist das Ziel von "MASHED" klar, das eigene Fahrzeug muss am Ende noch übrig sein, dann hat man gewonnen. Nicht umsonst steht auch "drive to survive" auf dem Cover. Bei "MASHED" kann entweder alleine oder mit bzw. gegen Freunden gefahren werden. Der Einzelspieler-Modus ist deshalb wichtig, da nur die hier freigespielten Strecken im Mehrspieler-Modus benutzt werden können. Dieses Motivationssystem hat aber den Haken, dass die Stärken von "MASHED" meines Erachtens im Spiel gegen echte Gegner also im Mehrspieler-Modus liegen.

Im Einzelspieler-Modus wird gegen die Xbox angetreten. Das "Schnelle Spiel" dient eher der Kurzweil oder zum Üben auf einer schon freigespielten Strecke. Um eine Strecke freizuschalten muss die "Herausforderung" erfolgreich bestanden werden. Damit hier keine Langeweile aufkommt, wurden mehrere Spiel-Modi eingebaut. Es gibt das "Kampfspiel", bei dem es einzig um das Überleben geht oder das "Rennen", wo es gilt als erster ins Ziel zu kommen. Dann stehen noch weitere interessante Titel wie "Beat-the-Bomb-Special" oder "Kill-the-Copter-Special" auf dem Programm. Der Schwierigkeitsgrad steigt im Verlauf der "Herausforderung" kontinuierlich an. Somit stellen sich zu Beginn des Spieles, auch für den Renn-Neuling, schnell erste Erfolgserlebnisse ein, wobei es einem aber nicht zu einfach gemacht wird. Dies liegt auch an der ausgewogenen Intelligenz der Gegner. Um sich gegen die Gegner nicht nur fahrerisch wehren zu können, sind auf der Strecke Popups verteilt, die eine der zahlreichen Waffen aktivieren. Wurde diese Waffe mehrmals benutzt, verschwindet sie wieder und es kann eine neue aufgesammelt werden, was aber gar nicht so einfach ist, da diese Popups sehr geschickt an Abhängen oder in Nischen, in denen das Fahrzeug hängen bleiben könnte platziert wurden. Somit kann auch das Aufsammeln dieser Popups das Rennen vorzeitig beenden. Wer nun noch drei Freunde und ebenso viele Controller besitzt, kommt in den Genuss eines echten partytauglichen Spieles. Im Mehrspieler-Modus können bis zu vier Spieler antreten. Es kann entweder gegeneinander oder im Team gefahren werden. Hier spielt "MASHED" seine stärken aus. Ich kenne nicht viele Spiele, die es schaffen bis zu vier Personen für mehrere Stunden an den Fernseher zu fesseln. Es sollte aber nicht verschwiegen werden, dass eine gewisse Gehässigkeit mit im Spiel ist, gerade dann, wenn der Nachbar wieder mal in einen Abgrund geschupst wird. Hätte Supersonic nun auch noch die Möglichkeit online zu spielen (Xbox-Live) eingebaut, wäre dieser Modus perfekt.

Der augenfälligste Pluspunkt von "MASHED" ist der, dass es keinen Splitscreen gibt, auch dann wenn sich vier Gegner auf dem Spielfeld tummeln. Somit ist endlich auch ein normaler Fernseher groß genug. Das Renngeschehen wird aus der Vogelperspektive gesteuert, was nur im ersten Moment gewöhnungsbedürftig ist. Apropos steuern, die Steuerung der Fahrzeuge wurde erfreulich einfach gehalten. Gas, Bremse, Lenkung und Waffe aktivieren reicht vollkommen aus. Deshalb wird auch so gut wie keine Lernphase für den Umgang benötigt und das gutmütige Fahrverhalten der fahrbaren Untersätze trägt zusätzlich zu einem positiven Gesamteindruck bei. Nur der Controller kann nicht frei konfiguriert werden (eigentlich kann er gar nicht konfiguriert werden), was meiner Meinung nach schade ist, da die "Waffe-aktivieren-Taste" an einer anderen Stelle besser aufgehoben wäre. Wie bereits erwähnt, wurde die Fahrphysik der vier unterschiedlichen Fahrzeuge gut umgesetzt. Es ist ein merklicher Unterschied zwischen den verschiedenen Fahrbahnbelägen erkennbar und bei nasser oder vereister Fahrbahn macht der gekonnte Drift richtig Spaß. Die Grafik von "MASHED" bewegt sich auf einem hohen Niveau und die Liebe zum Detail ist bei den 13 Rennstrecken sehr gut zu erkennen. Ebenso wurden die verschiedenen Fahrzeuge sehr schön umgesetzt. Die Animationen dieser Offroader, wie auch die der der einzelnen Waffen, lassen ebenfalls keine Wünsche offen. Manchmal kommt es sogar vor, dass verschiedene Elemente auf und neben den Rennstrecken spielentscheidend eingreifen. So wird man schon mal von einem Baumstamm oder einer Seilbahngondel unfreiwillig gestoppt. Musikalisch wird das Renngeschehen mit fetziger Musik unterlegt, die zu keiner Zeit störend wirkte. Ein witziges Feature ist die "Beleidigung". Hier wird mit überraschend vielen und abwechslungsreichen Sprüchen dem Spieler kundgetan, was die Xbox von seinem Fahrstiel hält. Ansonsten ist der Sound stimmig und passt zu einem solchen Spiel.

Alles in Allem ist "MASHED" ein witziges Rennspiel, bei dem der Spaß im Vordergrund steht. Gerade dann, wenn mehrere Personen gegeneinander antreten, sind lange Spielabende garantiert. Somit kann "MASHED" als Partyspiel bezeichnet werden, das hier eine Langzeitmotivation gewährleistet.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-4