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Need for Speed Underground 2
Preis: ca. EUR 50,-

Entwickler:
Electronic Arts

Erschienen bei:
Electronic Arts

Mit "Need for Speed Underground 2" hat Electronic Arts einen würdigen Nachfolger der fast schon legendären "Need for Speed"-Serie in das Rennen geschickt. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine einfache Fortsetzung des Rennspieles, sondern um eine gelungene Weiterentwicklung.

Es darf wieder an illegalen Straßenrennen teilgenommen werden, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen. Als "Rennstrecke" steht die fiktiven Stadt "Bayview" zur Verfügung. Sie besteht aus fünf zusammenhängenden und enorm großen Stadtteilen, die schon zu beginn komplett befahren werden können. Auf ein "Freischaltsystem" hat Electronic Arts hier zum Glück komplett verzichtet. Es ist sinnvoll, zu Beginn einfach etwas herumzufahren um das Areal zu erkunden, da überall Shops oder auch Abkürzungen versteckt sind, welche bei einem Rennen sehr hilfreich sein können. Die Rennen müssen gewonnen werden, damit Geld auf das Konto kommt. Mit diesem Geld kann der Spieler dann sein Auto, das zu Beginn ein Serienfahrzeug ist, bis zur Unkenntlichkeit tunen. Es ist erstaunlich, wie schnell ein Peugeot 106 mit dem richtigen Fahrwerk und etwas Chiptuning unterwegs sein kann. Das Schöne an "Need for Speed Underground 2" ist, dass am Anfang mit recht günstigen Kleinwagen gefahren wird, die der Eine oder Andere auch im richtigen Leben fährt. Je mehr Rennen gewonnen werden, je mehr Geld kommt auf das Konto und das Ansehen steigt. Nach und nach können bessere Tuning-Teile eingekauft werden und die Auswahl an Fahrzeugen wird auch immer größer. Mehr als 30 verschiedene Fahrzeuge stehen während des Spielverlaufes zur Verfügung. Als Rennmodi gibt es die vom Vorgänger bekannten Rundkurse, Sprintrennen, Drift- und Drag-Rennen. Schon diese Auswahl ist enorm abwechslungsreich. Kommt es beim Rundkurs- und Sprintrennen auf fahrerisches können an, ist beim Drag-Rennen perfektes Schalten und beim Drift-Rennen das gekonnte Über- und Untersteuern gefragt.

Zusätzlich zu dieser Auswahl wurden noch die Renntypen Street-X, Outrun und die Underground Racing League eingebaut. Ein Street-X-Rennen wird auf kleinen Kursen gefahren, wobei es hier auf das saubere Umfahren von 90-Kurven ankommt. Kratzer im Lack müssen hier verkraftet werden, da es recht rau zugeht. Die Rennen der Underground Racing League werden auf echten Rennstrecken gefahren. Hier ist es möglich, wirklich das Letzte aus seinem Fahrzeug zu holen. Das Niveau, das die gegnerischen Fahrer an den Tag legen, ist schon in der leichtesten von drei Schwierigkeitsstufen recht hoch. Glücklicherweise kann man alle Rennen (bis auf die Outrun-Rennen) beliebig oft wiederholen, wobei ich das Gefühl hatte, dass mit jedem Versuch die Gegner etwas schlechter wurden. Dies ist aber gut für die Motivation und das Selbstbewusstsein. Somit wird auch ein Rennneuling seinen lang anhaltenden Spaß mit diesem Spiel haben. Auch die Steuerung tut ihren Teil hierzu. Sie ist einfach, intuitiv und lässt die Fahrzeuge so reagieren, wie man es gerne hätte. Wie real die Fahrphysik ist kann ich nicht abschätzen, da mir hier der Vergleich mit echten getunten Fahrzeugen gänzlich fehlt. Im Spiel ist aber ein deutlicher Unterschied zwischen einem Fahrzeug von der Stange und einer tiefer gelegten Rennmaschine zu spüren. Selbst auf die Änderungen, die man beim Tunen selbst durchführen kann, reagiert das Fahrzeug spürbar. So kommt es vor, dass man zu Beginn mehr Zeit auf der Teststrecke als auf der Rennstrecke verbringt, was aber interessant und bei fortschreitendem Spielverlauf immer wichtiger wird. Am meisten Spaß macht meiner Meinung nach das Outrun-Rennen. Entdeckt man während der Fahrt in Bayview einen anderen Verrückten, erkennbar am Fahrstiel und dem aufgemotzten Wagen, kann man diesen zu einem Rennen auffordern oder wird gefordert. Die Rennstrecke ist die ganze Stadt. Gewonnen hat der, der als erster 300 Meter Abstand zwischen sich und dem Gegner erreicht hat. Je nach fahrerischem Können, kann ein solches Rennen schon mal länger als zehn Minuten dauern.

Ein weiteres Highlight sind die Grafik und die Animation. Die einzelnen Rennstrecken bzw. Stadtteile sind mit einer erkennbaren Liebe zum Detail umgesetzt. Sie sind optisch wie fahrerisch sehr abwechslungsreich. Auf den fast schnurgeraden Highways kann gerast werden was die Maschine hergibt, im Stadtzentrum ist mit einer höheren Verkehrsdichte und engen Straßen zu rechnen und in den Bergen müssen die Kurven elegant umfahren werden, und das alles nicht unter 180 km/h. Langeweile kommt hier mit Sicherheit nicht auf. Ab einer gewissen Geschwindigkeit setzt dann zwangsläufig der so genannte Tunnelblick ein und die Wahrnehmung, was den Streckenverlauf oder Gegenverkehr angeht wird stark getrübt. Wer sich hier nun bei der Geschwindigkeit oder einer Kurve verschätzt, macht im günstigsten Fall nur Bekanntschaft mit der Leitplanke. Das Fahrzeug wird langsamer und kommt ins Schleudern, der Controller wackelt was das Zeug hält und es sprühen Funken in den Nachthimmel. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Frontalzusammenstoß mit einem unbeteiligten Fahrzeug. Hier werden beide Wagen eindrucksvoll durch die Luft geschleudert und überschlagen sich mehrmals. Da es kein richtiges Schadensmodell gibt, bleiben solche Aktionen ohne Folgen, bis auf die Tatsache, dass das Rennen in der Regel verloren ist. Soundtechnisch haben sich die Entwickler von Electronic Arts ebenfalls richtig ins Zeug gelegt. Die Fahrzeuge klingen satt, die Reifen quietschen fast authentisch und ein Blechschaden fährt einem durch Mark und Bein. Die Musikalische Untermalung rundet das Spiel endgültig ab. Gruppen wie Snoop Dopp feat. The Doors, Xzibit, Spider Bait, Ministry oder Cirrus geben sich mit insgesamt 27 Songs zum Besten.
Wer es jetzt noch verschmerzen kann, dass es in Bayview ständig zu Regenschauern kommt und der Tuningwahn eines manchen Händlers manchmal etwas bizarre Formen annimmt (wie bei einem Mazda MX5, einem echten Zweisitzer, die Rücksitze zur Gewichtsreduktion ausgebaut werden sollen ist mir etwas schleierhaft), ist mit "Need for Speed Underground 2" bestens bedient. Mit diesem absolut gelungenen Rennspiel, bei dem der Spielspaß im Vordergrund steht muss man sich über die Langzeitmotivation absolut keine Gedanken machen.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-2
Dolby® Digital-Unterstützung

Xbox-Live:
Online Multiplayer
Sprachausgabe
Friends-Liste
Scoreboard