Xbox  
 
Pro Beach Soccer
Preis: ca. EUR 50,-

Entwickler:
PAM Development

Erschienen bei:
Wanadoo

Subjektiv betrachtet ist das Problem an Fußballspielen das, dass es einfach zu voll auf dem Spielfeld ist. Es müssen irgendwie elf Spieler koordiniert werden, wobei ich dabei meistens die Übersicht verliere. Mit dem Sportspiel "Pro Beach Soccer" hat wanadoo all denen, denen es genauso geht einen großen Gefallen getan, denn beim Beach Soccer gibt es nur vier Spieler und einen Torwart.

Auch die Austragungsorte passen sehr gut zu dem diesjährigen Sommer, da auf weichem Sand und vorzugsweise an Stränden gespielt wird. "Pro Beach Soccer" wartet nach dem Start mit einem viel versprechendem Intro auf. Fans und Kenner dieser Sportart werden hier viele Stars wieder erkennen, da wanadoo die offizielle Lizenz des Beach Soccer Verbandes erworben hat. Das Hauptmenu präsentiert sich dann eher übersichtlich und ziemlich schlicht. Neben mehreren Spielvarianten können noch eigene Wettkämpfe kreiert, ein Training absolviert und einige Optionen eingestellt werden. Das Optionsmenu ist reichhaltig ausgefallen, dennoch fehlt die Möglichkeit der Konfiguration des Controllers komplett. Andererseits ist die Steuerung aber auch einfach gehalten und somit leicht zu erlernen.

Apropos lernen, wer bei "Pro Beach Soccer" zuerst das angebotene Training absolvieren will, wird enttäuscht sein. Es stehen zwar vielversprechende Aufgaben wie die Ballführung, Zielübungen oder Flugbälle zur Verfügung, doch nach der Auswahl einer solchen Aufgabe wird der Spieler alleine gelassen. Nach einer längeren Ladezeit steht nur auf dem Bildschirm geschrieben was zu tun ist, nicht aber wie. Es gibt auch keinen Kommentator, der einem über seine Fehler informiert oder Mut macht. Hat man dann eine solche Aufgabe absolviert, wird sofort wieder geladen, um das Ergebnis in Form von Punkten anzuzeigen, was aber keinen Aufschluss über mögliche Fehler zulässt. Wer dann die selbe Aufgabe wiederholen will, muss erst den erneuten Ladezyklus abwarten. Somit dient das Training mehr zum Rätselraten und wird zu einer Geduldsprobe als das es einen Übungserfolg verspricht.

Aber es soll ja auch nicht trainiert, sondern Gegner in den feinen Sandstrand gestampft werden. Hierzu stehen drei Spielmodi zur Verfügung. Das Freundschaftsspiel, der Arcade-Modus und die Pro Beach Soccer Tour. Das Freundschaftsspiel eignet sich hervorragend als "schnelles Spiel" für die Kurzweil. Im Arcade-Modus müssen dann schon 14 Spiele erfolgreich absolviert werden und die Pro Beach Soccer Tour erstreckt sich über drei Saisons mit 32 Mannschaften.

Jeder Spielbeginn läuft nach dem gleichen Schema ab. Zuerst wird das jeweilige Stadion, in dem gespielt wird, gezeigt. Die insgesamt vier Stadien sind allesamt grafisch sehr gut gelungen und können sich sehen lassen. Danach schwenkt die Kamera über das Publikum. Auch hier kann wanadoo ein Lob ausgesprochen werden. Das Publikum ist animiert und meldet sich auch lautstark zu Wort. Nach diesem Schwenk hüpfen ein paar Mädels auf dem Spielfeld zu HipHop-Musik herum, quasi als Lückenfüller. Sind sie fertig, tauchen die Mannschaften zum Gruppenfoto auf und dann geht endlich das Spiel los. Dieses gesamte Prozedere kann natürlich auch übersprungen werden. Das Spiel als solches läuft geschmeidig ab. Die Animationen sind, dank Motion-Capture gut gelungen. Ballabgaben und das Dribbeln geschehen ruckelfrei und sehr schnell. Auch akrobatische Einlagen wie Fallrückzieher oder Flugkopfbälle sind an der Tagesordnung. So kommt schnell eine angenehme, fast sportliche Atmosphäre auf, bis zu dem Moment, in dem man vor dem Tor steht. Leider ist es mit der Intelligenz der Spieler und vor allem der des Torwartes nicht sehr weit her. Erschwerend kommt hinzu, dass der Torwart im Verteidigungsfall nur den Befehl "aus dem Tor laufen" kennt. Der Spieler kann somit nicht aktiv seine Rolle übernehmen. Wer also vor dem Tor in Ballbesitz ist, landet in der Regel auch einen Treffer.

Teilweise kann es auch vorkommen, dass der Ball direkt vor dem Torwart liegen bleibt, der aber keinerlei Anstrengungen unternimmt, ihn an sich zu nehmen. Der Ball bleibt so lange liegen, bis ihn ein gegnerischer (oder eigener) Spieler ausversehen in das Tor stolpert. Die gleiche Situation kann auch schon mal mit den Feldspielern passieren, da sich anscheinend in manchen Momenten kein Spieler für den Ball zuständig fühlt. Hat man ein Tor geschossen, läuft ebenfalls ein immer wiederkehrendes Ritual ab. Der Torschütze freut sich und zeigt eine Siegespose und danach folgt das Replay. Grafisch ist dies wiederum sehr schön umgesetzt, kann aber bei einem Spielstand von 23 zu 3 schon mal ganz schön nerven. So ein hohes Ergebnis ist in der Pro Beach Soccer Tour nach einigen Spielen natürlich nicht mehr möglich, da die Stärke der Gegner kontinuierlich zunimmt. Der Torwart bleibt aber eine Pflaume. Am Sound gibt es nichts zu motzen. Die Geräuschkulisse ist, auch dank des Publikums so, wie man es sich auf einem solchen Spielfeld vorstellen könnte. Ein besonderes Gimmick ist der Stadionsprecher, der das Spiel in der Landessprache kommentiert, in dem es ausgetragen wird. Wer die jeweilige Sprache nicht spricht wird zwar kein Wort verstehen, es hört sich aber klasse an, vor allem in Bangkok. Ebenfalls positiv fällt ins Gewicht, dass jede der angebotenen Spielvarianten bei "Pro Beach Soccer" auch zu mehreren Personen gespielt werden kann. Dieser Multiplayer-Modus ist sehr gut geworden. Es können bis zu vier Personen gleichzeitig antreten, entweder gegeneinander oder alle in einer Mannschaft. Gerade das Spiel zu viert in einer Mannschaft macht richtig Spaß, da man hier auch nicht mehr von der Intelligenz des Rechners abhängig ist. Somit ist "Pro Beach Soccer" für Leute mit vier Controllern und drei Freunden eine gute Wahl.

Bernhard Prommer