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Robots
Preis: ca. EUR 40,-

Entwickler:
Eurocom Entertainment Software

Erschienen bei:
Vivendi Universal Games

Nachdem Robots in den Kinos gestartet ist, zeichnet sich ab, dass auch hier die Macher von Ice-Age wieder ein gutes Händchen gehabt haben und es ist klar, dass bei einem solchen Film eine Spiele-Konsolenumsetzung nicht lange auf sich warten lässt, wobei dieser hier recht entspannt entgegengesehen werden kann, denn die Entwickler von Eurocom haben gute Arbeit geleistet.

Bei "Robots" handelt es sich um ein klassisches Jump-n-Run Spiel in "3D-Thirt-Person-Perspektieve". Mittels des Controllers wird, leider von maximal einem Spieler, der Roboter, Erfinder und Kinoheld Rodney Copperbottom (soll wohl "Kupferhintern" heißen) ferngesteuert. Sein größter Wunsch ist es, für Bigweld, dem Helden seiner Kindheit zu arbeiten. Nebenbei muss er noch die Roboter-Metropole Robot-City von dem Tyrannen Ratchet befreien. Doch der Weg dorthin ist relativ lange. Es gilt Objekte zu sammeln, Rätsel zu lösen und Geschicklichkeitspassagen zu meistern. Neben diesen Denk- und Fingerfertigkeitselementen wurde auch ein Actions-Modus implementiert. Bösewichte oder Wachroboter können mittels eines Schrottwerfers in ihre Einzelteile zerlegt werden. Wurde ein Roboter zerstört, dienen seine Teile wieder als Munition für den Schrottwerfer. So etwas ist echtes Recycling. Damit dies auch gut funktioniert, wurde der Ziel-Modus in der Ego-Shooter-Perspektive realisiert, was aber auch nötig ist, da die Steuerung ziemlich grob ausgefallen ist. Das soll heißen, Rodney reagiert sofort und dann auch ziemlich undosiert auf jede Bewegung des Ministick. Bei den Hindernispassagen ist dies nicht unbedingt ein Nachteil, nur das Zielen im Thirt-Person-Modus wird zur Glücksache.

Ansonsten ist die Steuerung aber gut gelungen. Sie ist logisch aufgebaut und wird nach einer sehr kurzen Eingewöhnungsphase intuitiv bedient. Zu Beginn des Spieles werden die Funktionen dem Roboternachwuchs in einer Art Tutorial schnell und unterhaltsam beigebracht. Die Controllerbelegung kann aber nicht selbst konfiguriert werden. Es gibt, wenn man es genau nimmt, fast nichts bei diesem Spiel einzustellen. Bis auf die Sound- und Musiklautstärke, sowie die Kameraachsumkehrung gibt es nichts zu konfigurieren. Wer einen Schwierigkeitsgrad auswählen möchte, wird enttäuscht. Der vorgegebene Schwierigkeitsgrad stellt für den erfahrenen Spieler keine allzu große Herausforderung dar und der Genre-Neuling freut sich über schnelle Erfolge.
Das Level-Design ist, wie bei dieser Art von Spielen, geradlinig und ohne alternative Lösungswege aufgebaut. Erst wenn alle Aufgaben gemeistert wurden, geht es weiter. So gibt es unter Anderem Rätsel, die in einer bestimmten Zeit gelöst werden müssen. Beispielsweise hat der Post-Roboter fünf Päckchen verloren und diese müssen innerhalb von zwei Minuten gefunden werden. Wird dies nicht geschafft, kann die Aufgabe beliebig oft wiederholt werden. Ob es nun ein Vor- oder Nachteil ist, dass diese Päckchen immer wieder an derselben Stelle liegen, muss jeder für sich selbst entscheiden, wobei ich, aufgrund der teilweise doch recht großen Areale, fast zum Vorteil tendiere.

Die einzelnen Level sind grafisch sehr gut gelungen. An manchen Stellen wirken die Hintergrund-Texturen zwar etwas grob, dies passt aber wiederum gut in das Gesamtbild und wirkt keinesfalls störend. Die einzelnen Charaktere sind aber eine Wucht. Grafisch bis ins letzte Detail ausgearbeitet ähneln sie ihren Kinovorlagen bis auf die letzte Schraube. Die Animation ist ebenfalls passend und flüssig ausgefallen. Der Sound und die fröhliche Hintergrundmusik machen hier dann die Kinoatmosphäre komplett. Durch die zahlreich eingebauten Gimmicks bleibt "Robots" bis zum Schluss interessant und über die Motivation braucht man sich keine Sorgen zu machen. Das bei dieser Art von Spiel der Schluss aber viel zu früh erreicht wird, liegt eher in der Sache der Natur und kann den Entwicklern von Eurocom nicht angelastet werden. Woran sie aber Schuld sind, ist die Kameraführung. Sie legt ein eigenwilliges Eigenleben an den Tag und muss immer wieder nachgesteuert werden. Gerade bei der Vielzahl an Hindernissparkuren kann dies dann doch nerven.

Abschließend gesehen ist "Robots" ein solides Jump-n-Run-Spiel, dass sich aufgrund des einfachen Schwierigkeitgrades doch eher an die jüngere Xbox-Generation wendet. Natürlich ist das Spielprinzip von "Robots" beliebig mit anderen Filmen austauschbar. Die Kunst liegt eher darin, die Eigenheiten und den Humor des Kinofilmes auf die Konsole zu übertragen. Und dies ist den Entwicklern von Eurocom sehr gut gelungen.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1
Dolby® Digital-Unterstützung