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Blue Dragon
Preis: ca. EUR 60,-

Entwickler:
Mistwalker

Erschienen bei:
Microsoft Game Studios

Was kommt dabei heraus, wenn sich der "Final-Fantasy-Erfinder" Hironobu Sakaguchi, der "Dragonball-Zeichner" Akira Toryama und der "Ex-Final-Fantasy-Komponist" Nobuo Uematsu zusammentun? Richtig, ein gelungenes, traditionelles und unfangreiches Rollenspiel.

Umfangreich ist auf jedem Fall der Packungsinhalt von "Blue Dragon", denn gleich drei DVD's waren nötig, um die komplette Story des Spiels unterzubringen. Diese beginnt in einem kleinen und normalerweise auch friedlichen Dorf, das aber einmal im Jahr von einem Monster, welches die Dorfbewohner "Landhai" nennen, heimgesucht wird. Dieses Unheil kündigt sich immer mit einer lila Wolke an, was den Dorfbewohnern genug Zeit lässt, sich auf eine Bergplattform in Sicherheit zu bringen. Doch dieses Mal stellt sich der 16jährige Hauptcharakter "Shu" mit seinem Klassenkammeraden "Jiro" und später auch das Mädchen "Klunke" dem Monster entgegen. Mit einer Falle wollen sie den Landhai fangen, was aber überhaupt nicht funktioniert, denn dieser stellt sich als Maschine heraus welche die drei Helden mitreißt. Auf diesem Wege gelangen sie dann in die lila Wolke, in der sich eine fliegende Festung befindet, die von einem mysteriösen und auch etwas seltsamen "Nene" kontrolliert wird.

Auf der Flucht aus der Festung erhalten die Drei ihre magischen Kräfte. Ab jetzt verwandeln sich ihre Schatten, immer wenn es zu einem Kampf kommt, in riesige und schlagkräftige Monster. Dass sich im Verlauf von "Blue Dragon" die ganze Geschichte langsam aufklärt, dass eine alte, übermächtige und dennoch verschwundene Zivilisation ihre Finger im Spiel hat und dass es auch Überraschungen gibt, sei nur am Rande erwähnt. "Blue Dragon" basiert auf dem bewährten japanischen Rollenspiel, ist ja auch für diesen Markt entworfen worden. Der Spieler bewegt sich durch verschiedene Welten und kann dort Gegenstände einsammeln, muss kleinere Rätsel lösen und hauptsächlich gegen Monster kämpfen. Diese Kämpfe sind rundenbasierend. Hier führt jeder Charakter auf dem Spielfeld nacheinander eine Aktion aus, die über ein Menü ausgewählt wird. Dies wird dann so lange wiederholt, bis entweder die Gegner oder die eigenen Spieler besiegt wurden. Es können Schläge ausgeteilt aber auch Magie zum Angriff oder zur Unterstützung bzw. Heilung der eigenen Kollegen eingesetzt werden. Wurde ein Kampf gewonnen, gibt es eine eindrucksvolle Siegespose und die Spielfiguren erhalten Erfahrungs- und Schattenpunkte, welche ihre Fähigkeiten aufwerten. Des Weiteren ist es möglich, den Schatten unterschiedliche Klassen zuzuordnen, welche wiederum unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Zwei gelungene Unterschiede zu den klassischen Rollenspielen gibt es aber. Zum einen sind alle Gegner immer sichtbar, es gibt also keine so genannten Zufallskämpfe und der Spieler kann somit entscheiden, ob er den Kampf sucht oder ihm besser aus dem Weg geht.

Zum anderen ist es möglich, einen "Kampfkreis" zu bilden. Alle Monster innerhalb dieses Gebietes können entweder nacheinander oder auf einmal angegriffen werden. Befinden sich aber unterschiedliche Monster in dem Kreis, gehen zuerst diese aufeinander los, was dem Spieler zugute kommt. Wer sich mit Rollenspielen auskennt, wird bei "Blue Dragon" keine Schwierigkeiten haben, aber auch der Genre-Neuling wird hier sehr schnell das Spielprinzip verinnerlicht haben und von dieser ganz eigenen Welt gefesselt werden, woran die Grafik einen großen Teil beiträgt. Die sympathischen Charaktere sind aufwendig modelliert und ähneln sehr stark derer aus der Zeichentrickserie "Dragonball", was aber bestimmt kein Nachteil ist. Auch bei den Gegnern wurde diese Detailverliebtheit beibehalten, nur bei den Landschaften gibt es Unterschiede. Einmal betreten die Spielfiguren eine große eindrucksvolle Stadt, bei der man mit dem Staunen nicht mehr aufhören kann, dann kommt man wieder in ein Dorf, das als eher fad und trist bezeichnet werden muss. Die Videosequenzen, von denen es reichlich gibt, sehen dafür immer gut aus und sind perfekt in das Spiel integriert. Die Spielfigur selbst wird hauptsächlich in der "Third-Person-Perspektive" gesteuert, wobei die Kameraführung sehr gut gelungen ist. Die Steuerung selbst ist ebenfalls gut und unkompliziert ausgefallen, obwohl so ziemlich jede Taste mit einer Funktion belegt wurde.

Neben der Grafik und der Steuerung ist der Sound und vor allem die Musik ein absoluter Pluspunkt von "Blue Dragon". Die Melodien sind eingängig und untermalen das Spielgeschehen passend, wobei der Einfluss von "Final Fantasy" nicht zu leugnen ist. Das Testmuster, das Tribe-Online freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, enthält neben dem japanischen Original nur noch die englische Synchronisation, welche aber sehr gut und verständlich ausfiel. Auch der Klang der Stimmen ist angenehm und die Sprecher haben es geschafft, die Emotionen gut einfließen zu lassen. Das in Deutschland erhältliche Spiel enthält auch eine deutsche Synchronisation, die ebenfalls ziemlich gut ausgefallen sein soll. Ein Manko gibt es aber bei der Sprachausgabe, egal in welcher Sprache, bei den meisten Gesprächen gibt es gar keine sondern lediglich Textzeilen. Dies ist schade, denn bei "Blue Dragon" ist, wie bereits erwähnt, die Synchronisation endlich einmal gelungen.

"Blue Dragon" ist ein gutes solides Rollenspiel, bei dem absichtlich auf allzu viele Neuerungen und auf Innovationen sogar komplett verzichtet wurde. Die spannende Story, die eingängige Musik und die liebevolle Grafik schaffen es aber, den Spieler in dieser Welt für viele Stunden verweilen zu lassen, was bei den drei bedeutenden Schöpfern des Spieles aber niemanden verwundern sollte. Der Rollenspiel-Fan wird sich "Blue Dragon" natürlich schon zugelegt haben, für den unentschlossenen hat Microsoft ein Demo auf dem Marktplatz bereitgestellt.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1
Spielstände je 456kB
HDTV 720p/1080i/1080p
Dolby® Digital-Unterstützung
nur 60HZ-Fernseher

Xbox-Live:
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