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Need For Speed: Carbon
Preis: ca. EUR 55,-

Entwickler:
Electronic Arts

Erschienen bei:
Electronic Arts

Es ist fast schon wie eine lieb gewonnene Tradition, das "Electronic Arts" zu jedem Jahresbeginn einen neuen Titel der "Need for Speed"-Serie auf den Markt bringt. Der neue Titel "Carbon" ist im Vergleich mit "Most Wanted" nicht schlecht, aber auch nicht wirklich etwas Neues. Vielleicht sollte hier die alte Tradition von "Electronic Arts" mal neu überdacht werden

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, "Need For Speed: Carbon" ist ein geniales Rennspiel auf Arcadebasis und immer noch eine Institution für sich, aber wer einen Standart geschaffen hat, muss sich auch an diesem messen lassen und so langsam scheinen "Electronic Arts" die Innovationen auszugehen. Die Story des Karriere-Modus knüpft zwar an "Most Wanted" an, ist dann aber doch irgendwie die Selbe. Der Spieler ist zu Beginn ein Niemand in einer neuen Stadt, der sich nach und nach an die Spitze arbeiten muss, indem er Rennen in den verschiedensten Disziplinen gewinnt. Hierbei beginnt er mit einem für dieses Spiel eher untermotorisiertem Fahrzeug, dass nach und nach getunt werden kann. Wurde genug Geld eingefahren, kann ein neues Fahrzeug gekauft und wieder getunt werden. Die Teilnahme an den Rennen und vor allem auch das Gewinnen mehrere Rennen bringt nicht nur Geld in die Kasse, sondern verhilft dem Spieler auch zu den Endgegner-Rennen, den so genannten Canyon-Rennen. Die sind neu. Auf einer engen Bergstraße werden Verfolgungsrennen ausgetragen. Zuerst versucht der Spieler an seinem Gegner vorbeizukommen, dann ist der Spieler der gejagte. Verloren hat der, der überholt wird oder die Leitplanke durchbricht und spektakulär abstürzt. Hat man den Endgegner auf diese Art besiegt, geht sein Territorium an uns über. Ziel des Spieles ist übrigens auf diese Weise die komplette Stadt zu übernehmen.

Die zweite große Neuerung bei "Need For Speed: Carbon" ist dann noch die Möglichkeit, und auch Notwendigkeit, ein Team zusammen zu stellen. Hier gibt es den "Blocker", der auf Befehl die anderen Fahrzeuge behindert, was aber nicht immer klappt. Dann fährt der "Drafter" noch mit, der einem ein kleines Geschwindigkeitsplus spendiert, indem er für kurze Zeit für einen Windschatten sorgt. Als Dritter im Bunde sucht der "Scouts" immer nach dem kürzesten Weg. Bei den Rennstrecken wurden nämlich wieder viele Abkürzungen und alternative Wege eingebaut. Es macht also Sinn, die Gegend in der "Freien Fahrt" zu erkunden. Hier kann es passieren, dass der Spieler von einem anderen Fahrer herausgefordert wird oder dass die Polizei einen wegen ungebührlichen Verhaltens im Verkehr verfolgt. Die Verfolgungsjagden machen richtig Spaß und können auch schon Mal länger als Zehn Minuten dauern, denn was der Polizei an fahrerischem können fehlt, machen sie durch Material wieder wett. Straßensperren und Hubschrauber gehören ebenfalls zur Ausrüstung der Polizei. Wer an Platzangst leidet und in Baustellen wegen der Spurbreite immer auf der rechten Seite fährt, wird an dem Massenrennen seine wahre Freude haben. Es wird gegen neunzehn andere Fahrer angetreten, die einen nicht wirklich freiwillig vorbeilassen. Dann gibt es noch Drift-Rennen, Sprint-Rennen, Radarfallen-Rennen um nur einige zu nennen. Das Drag- und das KO-Rennen fielen leider dem Rotstift zum Opfer. Alle vorhandenen Rennen können natürlich auch in der Herausforderungs-Serie, im Quick-Race und in Xbox-Live gefahren werden. Bei Xbox-Live kommen noch zwei weitere Renntypen hinzu, der Verfolgungswechsel und das Verfolgungs-K.O. Wer hier zu langsam ist oder erwischt wird, wird zum Cop und muss die anderen blockieren oder erwischen.

Der Umfang an verschiedenen Renntypen sorgt für ausreichend Abwechslung und der Spielspaß ist lange garantiert. Da auch die Steuerung, trotz der Befehle an die Team-Mitglieder, immer noch erfreulich einfach gehalten ist, trägt auch diese zum Spielvergnügen bei. Die Grafik hat wieder diesen sauberen NFS-Touch und wirkt stellenweise schon fast steril. Die Fahrzeuge sind lizenziert, sehen super aus und sind vom Original fast nicht mehr zu unterscheiden. Auch die Strecken sind sehr gut umgesetzt und die einzelnen Stadtteile unterscheiden sich auch optisch. Ein Wehrmutstropfen gibt es aber. Die Entwickler sind zu großzügig mit dem Verwischeffekt umgegangen. Dieser sorgt ab einer bestimmten Geschwindigkeit für einen Tunnelblick und die erhöht die gefühlte Geschwindigkeit drastisch. Leider setzt dieser Effekt bei "Need For Speed: Carbon" schon viel zu früh ein und wirkt nach einiger Zeit unglaubwürdig. Ansonsten ist die Optik aber gut und die Bewegungen flüssig. Es ist übrigens wieder permanent Nacht. Der Sound klingt satt aber fast schon zu eintönig, so dass die einzelnen Fahrzeuge nicht am Geräusch voneinander unterschieden werden können. Die Musik macht aber alles das wieder wett. Ein reichhaltiges Reportwahr an HipHop, Rock und Electro steht zur Verfügung.

"Need For Speed: Carbon" ist jetzt kein Meilenstein in der Weiterentwicklung der Rennspiele aber ein solider Arcaderenner, der eindeutige Verbesserungen gegenüber seinem Vorgänger aufzuweisen hat. Der Fan der Serie wird sich dieses Spiel ohnehin zulegen und der Neuling im Genre macht mit "Need For Speed: Carbon" bestimmt keinen Fehler.

Bernhard Prommer

Features:
Spieler 1-2
Spielstände je 436kB
HDTV 480p/720p/1080i
Dolby® Digital-Unterstützung
Lenkrad

Xbox-Live:
Online Multiplayer 2-8
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